London - Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu fordert einen internationalen Strafprozess gegen Ex-US-Präsident George W. Bush und den früheren britischen Premierminister Tony Blair wegen des Angriffs der Streitkräfte beider Länder auf den Irak. Die Politiker hätten die Invasion im März 2003 mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen begründet, was "eine Lüge" gewesen sei, sagte der Erzbischof der britischen Tageszeitung "The Observer" vom Sonntag. Sie sollten daher in Den Haag vor Gericht kommen.
Mit dem Interview begründete Tutu, warum er zuletzt nicht an einer Konferenz in Johannesburg teilgenommen hatte, bei der auch Blair anwesend war. Dieser habe ebenso wie Bush lediglich den damaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein "loswerden" wollen. Mit dem Einmarsch in den Irak hätten sie jedoch "die Welt in einem bis dahin in keinem Konflikt der Geschichte gekannten Ausmaß destabilisiert und polarisiert", sagte Tutu. Die Massenvernichtungswaffen, mit denen die Invasion gerechtfertigt wurde, wurden nie gefunden. (APA, 2.9.2012)