Bild nicht mehr verfügbar.

Der frühere UN-Vermittler Martti Ahtisaari bei seiner Ankunft im Kosovo.

Foto: APA/EPA/Ternava

Als der Kosovo seine Unabhängigkeit erklärte, ging das nur gegen dem Widerstand Serbiens und mit einer Reihe von Misstönen über die Bühne. Am gestrigen Montag, viereinhalb Jahre später, endete formell die "internationale Überwachung" der Unabhängigkeit dieses jungen Staates.

Wien gehörte im Februar 2008 zu jenen Ländern, die frühzeitig die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannten. "Für Österreich ist es eine Ehre, den Kosovo auf seinem Weg in die Eigenstaatlichkeit begleitet zu haben" sagte Spindelegger bei einer Festsitzung des kosovarischen Parlaments am Montag in Prishtina. "Wir verstehen uns als enger Partner und Anwalt Ihrer rechtmäßigen Bestrebungen."

Österreich genießt im Kosovo einen guten Ruf, nicht zuletzt, weil der internationale Lenkungsrat in den vergangenen Jahren stets in Wien getagt hat. Daher wurde Spindelegger auch mit dem Ibrahim-Rugova-Orden für Frieden, Demokratie und Humanität ausgezeichnet.

Wichtigstes Regelwerk der letzten Jahre war ein Plan von UN-Vermittler Martti Ahtisaari. Dieser sah die Überwachung der Unabhängigkeit vor. Mit Wirkung vom Montag gilt der Plan als umgesetzt, wenngleich mit einer Einschränkung: Im Norden des Landes mit seiner serbischen Mehrheit hat der Plan bisher keine Chance auf Umsetzung.

Spindelegger sieht Kosovo dennoch in der EU. Ein Szenario, das Serbien freilich nicht akzeptieren will: Am Montag betonte der serbische Premier Ivica Dacic einmal mehr den Widerstand gegen einen souveränen Kosovo.

Dass das Land noch nicht am Ziel angekommen ist, lässt sich auch daran ablesen, dass die Kfor-Mission - mit österreichischer Beteiligung - bis auf weiteres fortgesetzt werden soll. Die europäische Polizei- und Justizmission Eulex soll hingegen schon 2014 stark in ihrem Umfang reduziert werden. (Gianluca Wallisch/DER STANDARD Printausgabe, 11.9.2012)