Als Dauerthema in den Nachrichten hat der "Nahost-Konflikt" sowohl zu Abstumpfung als auch Verwirrung des nicht ausreichend informierten Medien-Publikums geführt - zu sehr geht über der Berichterstattung über einzelne Attentate und Vergeltungsschläge der Blick aufs Ganze verloren.

Das Institut für Geschichte der Juden in Österreich und das Österreichische Institut für internationale Politik organisieren eine internationale Sommerakademie, in der WissenschafterInnen aus Israel, Palästina, Österreich und den USA den Dauerkonflikt unter teils ungewöhnlichen Perspektiven beleuchten. Von der Warte der Soziologie und Psychologie, der Literaturwissenschaft oder gar der Anthropologie wird die Gemengelage aus unterschiedlichen politischen, religiösen und kulturellen Konflikten, die den Raum Israel-Palästina spaltet, untersucht.

Yoram Bilu und Basem Raad etwa widmen ihre Beiträge dem Wechselspiel aus zunehmender Politisierung heiliger Stätten und umgekehrt der Sakralisierung säkularen Wohn- und Lebensraums.

Ted Swedenburg und Rebecca Stein wiederum untersuchten das Vermögen moderner Alltagskultur, Brücken zu schlagen, am Beispiel von Tourismus und nahöstlicher Pop-Musik.(red)