Patienten mit Herzrhythmusstörungen mussten sich vor kurzem noch einer recht mühsamen Untersuchung unterziehen: Über eine Vene in der Leistengegend wurde ein Katheter mit einer Sonde bis in das Herz vorgeschoben, was bis zu sieben Stunden dauert. Wobei der Ursprung der Störung nicht einmal ganz genau festgestellt werden konnte.

An der Privatuni für Medizinische Informatik und Technik in Innsbruck (UMIT) beginnt man nun bereits mit der zweiten Phase eines Forschungsprojekts ("Nichtinvasive Bildgebung elektrischer Funktion im menschlichen Herzen"), das Herzkranken genau diese Untersuchung ersparen sollte: Durch eine Verknüpfung der Kernspinresonanztomografie mit einem Spezial-Oberflächen-Elektrokardiogramm (EKG mit insgesamt 65 Elektroden am Patientenkörper) ist, so Projektleiter Bernhard Tilg zum STANDARD, eine genaue Lokalisierung bis auf zehn Millimeter bei einfachen Herzrhythmusstörungen möglich. Untersuchungen an 32 Patienten hätten das gezeigt. Bis 2006, so lange läuft dieses START-Projekt des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), will man nun auch bei schweren Rhythmusstörungen die genaue Bestimmung ermöglichen.

In einem zweiten, vom Kompetenzzentrum HITT (Health Information Technologies Tirol) geförderten Forschungsprojekt der Uni wird nach mathematischen Methoden gesucht, eine modellbasierte Segmentierung vom menschlichen Herzen herzustellen - automatisch bei der bildgebenden Untersuchung z. B. auf Basis von Computertomographie-Daten. Die genaue Analyse des Organs soll damit möglich sein - und damit auch die Bestimmung von Volumina innerhalb des Herzens. Was bei der Früherkennung von Krankheiten entscheidend sein könnte.

Zahlreiche Forschungsinstitute weltweit suchen derzeit nach der richtigen Methodik - gefunden wurde sie bisher laut Privatuni noch nicht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.6. 2003)