In einer Marktstudie haben die Beratungsgesellschaften Heitzig Consult und Strateco die Anwendung von Sprachapplikationen ("Voice Services") im deutschen Sprachraum untersucht. Aufbauend auf einer umfangreichen Hersteller und Anbieterbefragung sowie zahlreichen Expertengesprächen wird der aktuelle Entwicklungsstand von Sprachapplikationen in Deutschland aufgezeigt.

Kostensenkung

"In den letzten Jahren wurde der Markt für Sprachanwendung durch Automatisierungs- und Rationalisierungspotenziale in der Kundenkommunikation getrieben: Kosten senken, Effizienz steigern und Service Level Optimierung sind die Argumente. Bei Telekommunikations- und Internetanbietern erkennt man zunehmend die Umsatzsteigerungs- und Kundenbindungspotenziale, die sogenannte Voice Portale als Erweiterung zu bestehenden Mehrwert-Diensten bieten, um die Netzauslastung zu steigern und Inhalte mehrfach zu vermarkten", so Bernhard Steimel von Heitzig Consult.

Kein Boom

Dennoch sei bislang der von vielen Analysten prognostizierte weltweite Boom ausgeblieben: Während in Nordamerika Sprachdialogsysteme täglich millionenfach genutzt werden und Voice Services den Betreibern bereits Milliardenumsätze erbringen, "ist in Europa und speziell im deutschsprachigen Raum die Bereitschaft in Sprachtechnologien zu investieren noch immer zurückhaltend. Vielfach liegt es daran, dass von Entscheidern in Unternehmen und bei Telekommunikationsanbietern das Thema Sprache mit komplexen, benutzerunfreundlichen und kostenintensiven Systemen assoziiert wird", folgert Steimel.

Angebot

Große Unternehmen und Konzerne haben in der Vergangenheit verstärkt individuelle Systeme für die Telefon- und Sprachintegration entwickelt. Das Aufkommen von offenen Standards wie VoiceXML und SALT beeinflusse die Entwicklungslandschaft für Sprachanwendungen positiv, "haben sie doch deutliche Vorteile gegenüber den bislang proprietären Systemen. Ferner öffnet die Bereitstellung von Werkzeugen für die plattformunabhängige Entwicklung von Applikationen den Weg zur Industrialisierung von Sprachanwendungen", so Steimel. Um so wichtiger sei es, die Vorteile und Grenzen von Sprachapplikationen in konkreten Einsatzfeldern zu demonstrieren. (pte)