Wien  - Die Unabhängigen GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst (UGöD) klagen auf dem Zivilrechtsweg einen Sitz im Vorstand der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) sowie Fraktionsstatus auf allen GÖD-Ebenen ein. "Aufgrund des GÖD-Statuts müssten wir seit sechs Jahren aufgrund unseres Wahlergebnisses einen Vorstandssitz und Fraktionsstatus haben", so UGöD-Vorsitzender Reinhart Sellner bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die erste Verhandlungsrunde findet am 22. Oktober am Landesgericht für Zivilrechtssachen statt.

"In den vergangenen Jahren haben wir bei den diversen Wahlen immer zwischen sieben und zehn Prozent der Stimmen erreicht", so Sellner. Dies sei eines der besten Ergebnisse der auch in anderen Teilgewerkschaften kandidierenden Unabhängigen GewerkschafterInnen (UG). Während die Fraktionsanerkennung aber etwa im Gesamt-ÖGB oder Teilgewerkschaften wie der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) oder der Dienstleistungsgewerkschaft vida kein Problem gewesen sei, habe das GÖD-Schiedsgericht bereits wiederholt gegen die UGöD entschieden.

Hardliner bei Christgewerkschaftern

"Wir sind so von Informationen ausgeschlossen und können auch nicht im Vorstand argumentieren", kritisierte Sellner. GÖD-Chef Fritz Neugebauer zeige zwar im persönlichen Gespräch durchaus Sympathien für das Ansinnen der UGöD, verweise aber immer wieder auf "Hardliner" bei den Christgewerkschaftern.

Der GÖD-Vorstand besteht derzeit aus 18 Personen. Diese setzen sich aus dem Präsidium (Vorsitzender plus fünf Stellvertreter) sowie zwölf weiteren Mitgliedern zusammen. Während die UGöD argumentiert, dass ihr aufgrund ihrer bei den Wahlen erreichten Wahlzahl 14 ein Sitz im 18-köpfigen Vorstand zusteht, verweist die GÖD auf die jeweils gesonderte Wahl des Präsidiums-Vorsitzenden (eine Person), seiner fünf Stellvertreter sowie der weiteren Mitglieder (zwölf). Dafür sei die Wahlzahl 14 jeweils zu gering. (APA, 18.9.2012)