Wien - Das Rote Kreuz hat sich darauf festgelegt, dass man weiter auf den Zivildienst setzt: "Der Zivildienst ist ein Erfolgsmodell und soll beibehalten werden", heißt es in einer Erklärung nach einem Führungskräfte-Treffen in Wien. Das von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) präsentierte Alternativmodell eines "Sozialjahrs" wird als "unausgegoren abgelehnt.

Sollte die Wehrpflicht und somit der Zivildienst fallen, fordert Fredy Mayer, der Präsident des Roten Kreuzes, einen entsprechenden Ersatz für die Zivildiener. Sollte dieser nicht von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden, "können die Hilfsorganisationen bestimmte Leistungen in Zukunft nicht mehr erbringen", so Mayer in einer Aussendung.

Sozialjahr als "Beruhigungspille"

Das von Sozialminister Hundstorfer präsentierte Alternativmodell zum Zivildienst in Form eines freiwilligen Sozialjahres hält der Rotkreuz-Präsident für "unausgegoren" und für eine "Beruhigungspille für die Trägerorganisationen". Er bezweifle, dass die für das Sozialjahr geplanten 6.500 Freiwilligen die Arbeit der derzeit 14.000 Zivildiener ersetzen können. Alleine das Österreichische Rote Kreuz beschäftigt jährlich rund 4.000 Zivildiener. 

Hundstorfer verteidigt Modell

Hundstorfer hat die Kritik von Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer an seinem Modell eines Sozialjahres zurückgewiesen. Der Minister verwies am Donnerstag in einer Aussendung darauf, dass die in seinem Alternativmodell vorgesehenen 6.500 Freiwilligen den Bedarf an Zivildienern sehr wohl kompensieren könnten.

"Allein durch die Tatsache, dass das soziale Jahr um drei Monate länger dauert als der derzeitige Zivildienst, entsprechen 6.500 freiwillig Tätige in Wahrheit 9.000 Zivildienern", argumentiert Hundstorfer. Zudem gehe die Anzahl der Stellungspflichtigen und somit der Zivildiener in den nächsten Jahren aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge ohnehin zurück. Somit stelle sein Konzept über ein freiwilliges Sozialjahr einen entsprechenden Ersatz für den Zivildienst dar. (APA, 20.9.2012)