Belgrad/Prishtina/Brüssel - Eine der wichtigsten zwischen Belgrad und Prishtina bisher erzielten Vereinbarungen über offene Fragen soll nun umgesetzt werden. Wie der neue Chef des serbischen Verhandlerteams, Dejan Pavicevic, erklärte, wird er am Dienstag in Brüssel die EU-Kommission bzw. die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton in einem Regierungsbrief über die Entscheidung Belgrads informieren, mit der Umsetzung der Vereinbarung zur integrierten Grenzkontrolle zu beginnen. Daraufhin würden Arbeitsgruppen gebildet werden, die sich mit dieser Frage befassen würden, so Pavicevic serbischen Medien gegenüber.

Die Vereinbarung wurde Ende Februar erzielt und war eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Belgrad den Status eines EU-Beitrittskandidaten bekommt. Laut dem früheren Belgrader Chefverhandler, Borislav Stefanovic, soll sich die Vereinbarung nicht auch auf den mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo beziehen. Seitens Prishtinas und des EU-Vermittlers Robert Cooper wurde diese Deutung allerdings wiederholt bestritten.

Der Dialog zwischen Belgrad und Prishtina wurde Ende Februar wegen der Wahlen in Serbien vorübergehend unterbrochen und soll im Herbst fortgesetzt werden. Prishtina beharrt auf vorheriger Umsetzung der bereits erzielten Vereinbarungen. (APA, 24.9.2012)