Wien - Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien bekommt per Dezember einen neuen Chef. Der jetzige, Walter Geyer, wird Ende November 65 Jahre alt - und muss somit am 1. Dezember in Pension gehen.

Der Chefposten der seit September 2011 aktiven Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wurde bereits ausgeschrieben - und die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Gemeldet haben sich vier Interessenten: der Stellvertreter Geyers, Eberhard Pieber, der Korruptionstaatsanwalt Johann Fuchs, der Wiener Staatsanwalt und Präsident der Vereinigung Österreichischer Staatsanwälte, Gerhard Jarosch sowie Ilse Vrabl-Sanda, Erste Oberstaatsanwältin in Wien.

Ausleseverfahren

Nun beginnt das Ausleseverfahren, zuständig dafür ist zunächst einmal die Personalkommission bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Sie wird nächste Woche beraten und einen nach Präferenz gereihten Dreiervorschlag erarbeiten. Selbiger landet dann im Justizministerium, wobei die Justizministerin, Beatrix Karl, nicht an den Vorschlag bzw. die darin vorgenommene Reihung gebunden ist. In aller Regel werden die Vorschläge der Personalkommission aber abgesegnet. Zuletzt ist der Bundespräsident am Zug, durch seine Entschließung wird die Ernennung des oder der Neuen in der WKStA dann wirksam.

Derzeit arbeiten in der WKStA 18 Staatsanwälte, laut Stellenplan sollten es 21 sein. Seit September kümmern sich die Korruptionsstaatsanwälte zusätzlich um große Finanzstrafverfahren, Sozialbetrug und Pyramidenspiele sowie um Bilanzfälschungsdelikte in großen Unternehmen.

Mit einem der jüngsten Zugänge, einem ehemaligen Staatsanwalt aus St. Pölten, hat nun übrigens auch der Wanderpokal der niederösterreichischen Justiz - die Causa Hypo NÖ - eine Heimat in der WKStA gefunden. (gra, DER STANDARD, 26.9.2012)