Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag uneinheitlich und wenig verändert aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 6,73 Einheiten oder 0,27 Prozent auf 2.485,75 Zähler.

Thema des Handelstages war vor allem die EZB-Zinsentscheidung und die anschließende Pressekonferenz des obersten Notenbanker in der Euro-Zone. Dabei gab es jedoch keine Überraschung und somit fehlten etwas die Impulse, hieß es. EZB-Chef Draghi hatte gesagt, dass die Risiken der Inflationsentwicklung weitgehend ausgewogen seien. Zudem machten die Euroländer Fortschritte bei der Konsolidierung. Beim Wirtschaftswachstum allerdings überwögen die Risiken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vor diesen Aussagen ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Positive US-Konjunkturdaten konnten am Berichtstag nur wenig unterstützen.

Telekomsektor am schwächsten

In einer Branchenbetrachtung zeigten sich Aktien aus dem Automobilbereich unter den Favoriten. Der Telekomsektor präsentierte sich hingegen als schwächster Sektor. Dementsprechend markierten BMW (plus 3,19 Prozent) und VW (plus 2,87 Prozent) die Spitze im Euro-Stoxx-50, während Deutsche Telekom (minus 4,05 Prozent) und France Telecom (minus 1,86 Prozent) die stärksten Verluste einfuhren.

Massiv unter Verkaufsdruck standen die Aktien von Nobel Biocare, die an der Zürcher Börse um 4,34 Prozent auf 9,03 Franken einbrachen. Wegen der weiterhin sehr schwachen Geschäftsentwicklung in dem für Nobel Biocare wichtigen Markt Japan senkte das der Schweizer Zahnimplantate-Hersteller seine Prognosen für das Gesamtjahr.

Als einer der Favoriten in Frankfurt im DAX stiegen die Aktien von ThyssenKrupp um 2,30 Prozent auf 17,38 Euro. Der Konkurrent Posco hatte laut einem Bericht des Magazins "Money Today" einen so genannten "Letter of Intent", eine Art Absichtserklärung, an den deutschen Stahlkonzern geschickt, in dem er sein grundsätzliches Interesse an einem Kauf der Sparte Steel Americas bekunden soll. (APA, 4.10.2012)