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Trotz hoher Lebenshaltungskosten bleibt den Einwohnern der kaufkraftstärksten Länder auch für den Konsum über das Lebensnotwendige hinaus viel mehr Geld.

Foto: apa/Frank Leonhardt

Wien - Österreich liegt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft in Europa an sechster Stelle. Am meisten leisten können sich die Liechtensteiner. Das geht aus der aktuellen GfK-Kaufkraftstudie hervor, in der 42 europäische Länder verglichen wurden.

Die Kaufkraft pro Kopf liegt in Österreich demnach bei 20.613 Euro im Jahr und damit deutlich über dem Durchschnitt von 12.802 Euro. An der Spitze liegt mit Abstand Liechtenstein mit 56.978 Euro. Die Deutschen befinden sich mit 20.014 Euro auf Rang acht, Schlusslicht in Europa ist Moldawien mit 1.257 Euro.

Schweiz auf Platz drei

Die Kaufkraft stellt die verfügbaren Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben inklusive Transferleistungen dar. Die Werte sind nicht inflationsbereinigt und enthalten keine regional verschiedenen Preisniveaus.

An zweiter Stelle bei der Pro-Kopf-Kaufkraft befindet sich Norwegen mit 32.037 Euro, gefolgt von der Schweiz mit 31.666 Euro. Dahinter folgen Luxemburg (28.924 Euro), Dänemark (22.040 Euro), Österreich (20.613 Euro), Schweden (20.331 Euro), Deutschland (20.014 Euro), Frankreich (19.881 Euro) und Belgien (19.318 Euro).

Moldawien Schlusslicht

Die ärmsten Länder sind Moldawien (1.257 Euro), Weißrussland (1.553 Euro), Kosovo (1.906) Euro, die Ukraine (1.985) und Albanien (2.418 Euro). Zu den Ländern mit geringer Kaufkraft zählen unter anderem auch Bulgarien (2.850 Euro) und Rumänien (3.472 Euro). In Kroatien beispielsweise beträgt die Pro Kopf-Kaufkraft 5.085 Euro, in Ungarn sind es 4.884 Euro, in Tschechien 7.475 Euro, in der Slowakei 7.687 Euro.

Die Slowenen haben mit 10.356 Euro etwa halb soviel zur Verfügung wie die Österreicher. In Griechenland sind es 11.357 Euro. In etwa im Europa-Durchschnitt liegt Spanien (Rang 17) mit 12.943 Euro. In Italien liegt die Pro-Kopf-Kaufkraft bei 16.179 Euro.

Insgesamt standen Europas Verbrauchern 8,6 Billionen Euro für ihre gesamten Ausgaben und für Sparen zur Verfügung. Das Wachstum pro Kopf liege bei 2,1 Prozent, so GfK.

Hälfte der Gesamtkaufkraft bei drei Ländern

Die Einwohner der kaufkraftstärksten Länder müssten zwar einen großen Teil ihres Einkommens für Mieten und allgemein teurere Lebenshaltungskosten ausgeben. Für den Konsum über das Lebensnotwendige hinaus bleibe jedoch erheblich mehr Geld übrig als den Verbrauchern in den kaufkraftschwachen Ländern.

Die Top drei nach absoluten Kaufkraftvolumina - Deutschland, Frankreich und Großbritannien - vereinten fast die Hälfte der gesamteuropäischen Kaufkraft. Die anderen 39 Länder teilten sich die verbleibenden 53 Prozent.

Das Ranking nach Eurowerten auf Länderebene bezieht sich laut GfK auf die zum 7. Juni von Eurostat veröffentlichten Durchschnittswerte für die bilateralen Wechselkurse 2012. (APA, 31.10.2012)