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So schnell kann's gehen: Da leitet einer mehr als 20 Jahre eine Show, die als Schlachtschiff deutschsprachiger Fernsehunterhaltung gilt; als er aufhört, wird monatelang ein Nachfolger gesucht, begleitet von vorauseilender Skepsis, wonach sich hier ein Loch auftue, das keiner so schnell zu füllen vermöge - und siehe da:

Foto: AP/ZDF/Sascha Baumann

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Markus Lanz, dem niemand es zugetraut hat, ist nicht nur nicht in dieses Loch geplumpst, sondern hat bereits nach zwei Sendungen "Wetten, dass..?" Trennungsschmerz vergessen gemacht.

Foto: AP/ZDF/Sascha Baumann

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Lanz hat sich eingewöhnt, seine Gespräche sind vergnüglicher. Gut, das war nicht schwer, aber im Gegensatz zu Gottschalk will er die Pointe nicht erzwungen haben, sondern lässt Platz für Bewegungsfreiheit. Wetten und Gesang blieben gewohnt belanglos, währenddessen konnte man getrost umschalten.

Foto: AP/ZDF/Sascha Baumann

Andernorts fand Sehenswertes statt: Peter Lohmeyer machte als trauriger Kommissar Jan Faber im sehr dunklen Hamburger Krimi "Blutadler" richtig gute Figur - so gut, dass es sich lohnte, hängenzubleiben. So geschehen.

Foto: ORF/Tivoli Film/Oliver Feist

Nur 15 Minuten zu ertragen war hingegen das Schmierentheaterstück namens "Versöhnung" Freitagabend in "Die große Chance". Der zurückgeholte Sido wurde vom Publikum stehend begrüßt, die Wiese war also gemäht. Als Lichtgestalt bestrahlt, schaffte es Sido, bei seiner Rede kein einziges Mal den Namen des Opfers zu nennen, auch die Opfermutter wurde nicht um Entschuldigung gebeten, denn nicht Worte, sondern nur Taten wurden coram publico bereut.

Foto: ORF/ALI SCHAFLER

Peter Rapp, dem das offenbar auch auffiel, sprang ein und erledigte das für seinen Kollegen. Schließlich Seyffenstein. Mehr brauchte man nicht gesehen zu haben. (Doris Priesching, DER STANDARD, 5.11.2012)

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