Teheran/Jerusalem - Der iranische Verteidigungsminister Ahmed Wahidi hat angesichts der Luftangriffe Israels auf den Gazastreifen eine gemeinsame Vergeltungsaktion der islamischen Länder gefordert. Die "Verbrechen der zionistischen Regierung" könnten nur durch "eine revolutionäre Vergeltungsmaßnahme der muslimischen Welt" beendet werden, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Samstag. Wahidi warf Israel vor, das palästinensische Volk "abzuschlachten".

Iranische Medien berichteten außerdem, das Parlament in Teheran wolle eine Delegation in den von der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas beherrschten Gazastreifen entsenden. Außenminister Ali Akbar Salehi hatte laut Irna zuvor seine Bereitschaft zu einem Besuch im Gazastreifen signalisiert. Bei einem Telefonat mit dem im Exil lebenden Hamas-Chef Khaled Mashaal am Freitag habe Salehi zudem gesagt, der Iran sei bereit, Medikamente und Rettungskräfte in die Region zu schicken, berichtete die Agentur.

Die israelische Luftwaffe setzte ihre seit Mittwoch andauernde Luftoffensive gegen die Hamas im Gazastreifen auch am Samstag fort. Wie der israelische Rundfunk berichtete, wurden während der Nacht etwa 180 Angriffe geflogen. Der Armee zufolge gab es seit Mittwoch mehr als 830 Angriffe auf den Gazastreifen. Die militanten Palästinenser hätten seither mehr als 580 Raketen abgefeuert, von denen mehr als 200 abgefangen worden seien. Darunter sollen sich auch Raketen des iranischen Typs Fajr-5 befinden. Die Hamas, die der Gewalt nicht abschwören will und Israel das Existenzrecht abspricht, hat ihre Hauptgeldquellen im Iran, aber auch in den konservativen arabischen Golf-Monarchien. (APA, 17.11.2012)