Wien - Worüber in den letzten Monaten ganz Europa spekuliert, liegt jetzt endlich im Volltext vor. Der Wiener Journalist und Herausgeber des Netzmagazins Quintessenz, Erich Möchel, hat bei telepolis.de die ersten ENFOPOL-Papiere im Wortlaut publiziert. Daraus erhält der Leser ein Bild, wie der Staatsbürger künftig EU-weit abgehört werden soll. Allein die Einleitung der Urheber aus dem polizeilich/elektronischen Komplex besteht aus einem Satz, der sich über neun Zeilen zieht. Kein Interesse "Der Spiegel" veröffentlicht diese Woche Auszüge aus den ENFOPOL-Geschichten bei telepolis.de (ohne zu zitieren), berichtet Möchel. Nach Interviews angefragt haben BRTF(Belgien), NOC Handelsblatt oder so ähnlich (NL) und Ekstra Bladet (Denmark), am Mittwoch sei die Telepolis Serie in der BBC, und Channel 4 habe sich auch schon gemeldet. Nur die österreichischen Medien fänden offenbar kein Interesse... Heute, 30. November 1998, 18.30 Uhr, nimmt Möchel an einer Podiumsdiskussion des Liberalen Forums zum Thema "Kryptographie - Privatsphäre und E-commerce" teil. (Ort: Bildungsbögen des Liberalen Bildungsforums, Doblhoffgasse 4, 1010 Wien. Darin wird es um die Grundrechte und Wirtschaftschanchen durch Verschlüsselung von Kommunikation im Internet gehen. Laut LIF habe sich inzwischen eine "ungewöhnliche Interessenskoalition von Bürgerrechtlern und Wirtschaft" gegen staatliche Kontrollwünsche im Bereich der Kryptographie gebildet. Die Brisanz und Aktualität des Themas ist durch das Bekanntwerden des weltweiten Abhörsystems westlicher Geheimdienste "Echelon", die Problematik der Exportkontrolle von starker Kryptographie, sowie der verzögerten Umsetzung der EU-Richtlinie zur Kryptographie offensichtlich. "Echelon" kontrolliert die gesamte internationale Telekommunikation. Faxe, Telefonate und Emails werden abgefangen und direkt in die Zentrale des US-Geheimdienstes NSA weitergeleitet. Dort werden die Daten nach bestimmten Stichworten gefiltert und relevante Informationen gespeichert. Sicherheit und Vertrauen Kryptographie garantiert das "Briefgeheimnis" im Zeitalter der elektronischen Kommunikation und ermöglicht Sicherheit und Vertrauen im elektronischen Wirtschaftsverkehr. Nur kryptographische Verfahren wie elektronische Unterschriften, die Bestätigung der Echtheit von Dokumenten, der Gebrauch von elektronischem Geld können Innovationsschübe in Wirtschaft und Verwaltung des Informationszeitalters ermöglichen. Unterschiedliche Positionen sollen durch Vertreter von Bürgerrechtsorganisationen, der Wirtschaft und staatlicher Stellen beleuchtet werden. Neben Möchel nehmen an der Diskussion Gerhard K. Wagner, VIW ? Verband für Informationswirtschaft in Österreich, Herbert Halbwidl, VISA AG, Wien, Gerhard Kratky, Bundesgeschäftsführer des Liberalen Forums u.a. teil. Die Moderation übernimmt Oliver Hoffmann, Vorsitzender des Bundesausschusses Informationsgesellschaft des Liberalen Forums. (pressetext.austria) Weitere Informationen über Kryptographie