Peter Schöttel mit einem seiner Besten, Deni Alar.

Foto: Neubauer

Wien - Zumindest in sportlicher Hinsicht steuert Rapid auf ein friedliches Weihnachtsfest zu. Zwar hallten die "Vorstand raus!"-Rufe auch beim 2:1-(1:1)-Heimsieg gegen Wacker Innsbruck am Sonntag von den Rängen des Hanappi-Stadions, nach einer als "Krise" titulierten Phase im Oktober und Anfang November hat man als Dritter aber punktemäßig mit den auf Platz zwei rangierenden Salzburgern gleichgezogen. Trainer Peter Schöttel, dem sieben Punkte auf Leader und Erzrivale Austria fehlen, verfiel freilich nicht in Euphorie: "Es wird schwierig bleiben", meinte der 45-Jährige.

Fünf Pflichtspielsiege in Folge, vier davon in der Liga - Grün-Weiß blieb am Sonntag dank der jeweils neunten Saisontreffer von Deni Alar und Terrence Boyd auf der Siegerstraße. "Das war sehr wichtig, weil wir jetzt gleichauf mit Salzburg sind", meinte Außenverteidiger Michael Schimpelsberger, der sich in den vergangenen sechs Wochen einen Stammplatz erkämpfte und auch gegen die Tiroler eine ansprechende Vorstellung gab.

"Nicht den schönsten Fußball"

Ohne den nach wie vor nicht vollfitten Kapitän Steffen Hofmann konnte Rapid freilich spielerisch nicht vollends überzeugen, das musste auch Alar eingestehen. "In den letzten Wochen spielen wir zwar nicht den schönsten Fußball, aber sehr erfolgreich. Das ist entscheidend", stellte der Steirer fest. Schöttel war "zufrieden und erleichtert", schließlich lag sein Team nach dem Eigentor durch Mario Sonnleitner kurzfristig im Rückstand. "Da habe ich schon das Schlimmste befürchtet", meinte Schöttel.

Für den Übungsleiter war es jedenfalls "ein durchaus verdienter Sieg, der sogar höher hätte ausfallen müssen". Es soll nicht der letzte in diesem Jahr gewesen sein. Am kommenden Samstag verabschiedet man sich in Wiener Neustadt in die Winterpause. "Es ist nicht leicht dort", sagte Schöttel, der dann auch Hofmann wieder an Bord zu haben glaubt. "Er hat schon am Freitag und Samstag normal trainiert, ist sicher ein Thema. Aber das muss er entscheiden."

"Die Mannschaft macht das sehr gut"

Trotz der zuletzt guten Ergebnisse glaubt Schöttel nicht, dass bald Ruhe im Club einkehrt. "Ich glaube nicht, dass sich im Februar alle in den Armen liegen werden. Ich denke, dass die Situation schwierig bleibt. Aber die Mannschaft macht das sehr gut, und wir versuchen, aus sportlicher Sicht, so gut wie möglich dazustehen."

Innsbruck-Coach Roland Kirchler zeigte sich nach seinem tollen Einstand mit drei Siegen in drei Ligaspielen hingegen ernüchtert. Zuletzt gab es in fünf Partien nur einen Zähler, die Gegner waren mit Austria, Sturm, Salzburg und Rapid aber zum größten Teil auch schwere Kaliber. "20 Minuten lang haben wir brav mitgespielt, ein glückliches Tor geschossen", resümierte der Tiroler. Man hätte auch nach dem Seitenwechsel versucht, Druck aufzubauen, aber: "Da hatten wir nicht die Qualität, um im Strafraum präsent zu sein."

Hoffnungen auf offensive Verstärkungen - seine Top-Goalgetter sind Perstaller, Wernitznig und Schreter mit je zwei Treffern - macht er sich angesichts der finanziellen Klemme in Tirol keine: "Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich habe es (die Zusicherung von Verstärkungen, Anm.) zwar auf einem Blatt Papier stehen, aber das spielt nicht Fußball. Wir müssen damit leben. " (APA; 10.12.2012)