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Eine Aktivistin im Juni 2011 bei der Aktion Woman2Drive.

Foto: Reuters

Riad - Der saudiarabische Prinz Talal Ben Abdel Asis (Talal bin Abdelaziz) hat sich für das Recht von Frauen aufs Autofahren ausgesprochen. "Diejenigen, die sagen, dass die Mischung der Geschlechter und das Autofahren für Frauen sittenwidrig sind - halten sie es für logisch, einem Chauffeur zu erlauben, Tag und Nacht in den Häusern zu bleiben?", sagte der 82-Jährige. Viele Familien müssten sich zudem wegen des Fahrverbots für Frauen zwangsläufig verschulden, um einen Fahrer zu bezahlen.

Bis zur nächsten Wahl 2014, an der auch Frauen teilnehmen dürfen, will sich der Prinz nach eigenen Angaben für verschiedene Reformen im ultrakonservativen Königreich einsetzen. Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, in dem Frauen das Autofahren verboten ist.

Prinz Talal Ben Abdel Asis ist seit langem als Verfechter politischer Reformen in seiner Heimat bekannt. Er wird auch "der rote Prinz" genannt, weil er es wagte, die königliche Familie herauszufordern. Der Prinz ist der Halbbruder des 89-jährigen saudiarabischen Königs Abdallah. Da er keine saudiarabische Mutter hat, dürfte er aber wohl niemals den Thron besteigen.

Langjähriger Aktivismus

Eine Gruppe von AktivistInnen sammelte im Dezember 2012 für die Aufhebung des Fahrverbots mehr als 3.000 Unterschriften. Die UnterzeichnerInnen der Petition waren sowohl Männer als auch Frauen. In dem Dokument wurden die Nachteile des Fahrverbots für Frauen aufgelistet, unter anderem auch die hohen Kosten, die Familien für Chauffeure aufbringen müssen. Schon im Juni 2011 wagten sich Frauen hinter dem Lenkrad auf die Straßen Saudi-Arabiens. Via Facebook riefen Aktivistinnen unter dem Motto Woman2Drive dazu auf, das Fahrverbot zu brechen, sich dabei zu filmen und die Videos ins Internet zu stellen. (APA, red, dieStandard.at, 10.1.2013)