Wien - Nach dem - noch nicht rechtskräftigen - Freispruch vom Vorwurf der Geldwäsche rund um den britischen Rüstungskonzern BAE Systems kann sich Alfons Mensdorff-Pouilly wahrscheinlich nur kurzfristig schonen. Denn gegen den Lobbyisten wird in drei weiteren Fällen ermittelt.

So befasst sich die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit Mensdorff wegen der staatlichen Anschaffung von neun Millionen Grippemasken im Jahr 2006. Er war zu dieser Zeit als Berater für den Hersteller, den Medizintechnikkonzern Dräger, tätig, seine Frau Maria Rauch-Kallat (ÖVP) hatte das Amt der Gesundheitsministerin inne. Mensdorff soll hohe Zahlungen erhalten haben, damit Dräger zum Zug kommt. Der Verdacht gegen ihn: Anstiftung sowie "Verbotene Intervention".

In der Causa Tetron führt die Wiener Anklagebehörde Untersuchungen gegen den Lobbyisten durch. Er soll 1,2 Millionen Euro vom heimischen Kommunikationsunternehmen Telekom erhalten haben. Die Frage, die sich die Staatsanwaltschaft stellt: Was war die Gegenleistung?

Darüber hinaus ermittelt das Finanzamt gegen Mensdorff wegen Steuerhinterziehung - die Höhe ist derzeit noch unklar. Auch noch nicht sicher ist, ob und wann es zu einer Anklage in all diesen Fällen kommt. Eingestellt wurden bereits die Untersuchungen gegen ihn in der Causa OMV/Petrom. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 19.1.2013)