Lissabon - Portugal benötigt nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch trotz der erfolgreichen Rückkehr an den Anleihemarkt ein zweites Rettungspaket seiner Euro-Partner. Dass das Land am Mittwoch durch die Ausgabe von Bonds 2,5 Milliarden Euro einsammeln konnte, sei zwar erfreulich und ein positiver Impuls im Bemühen zur Senkung der Schulden, erklärte die Agentur am Freitag. "Wir sind aber weiterhin der Ansicht, dass Portugal vor Ablauf des Hilfspakets von IWF und EU keinen vollen Zugang zum Markt bekommen wird. Daher braucht es weitere Unterstützung und ein zweites Hilfspaket."

Portugal war 2011 unter den Euro-Rettungsschirm geflüchtet und hat unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds knapp 80 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Damit kann das Land seine Ausgaben noch bis Ende 2013 finanzieren. Danach muss es dauerhaft an den Anleihemarkt zurückkehren. Die portugiesische Regierung hat wiederholt erklärt, keine weiteren Hilfen zu brauchen. Das laufende Programm solle so schnell wie möglich beendet werden. Allerdings will das Land mehr Zeit für die Tilgung der Milliardenkredite.

Die größten Schwierigkeiten für Portugal sei die schwache Wirtschaftsentwicklung, erläuterte Fitch. Dies verkompliziere die Bemühungen der Regierung, das Defizit mittels weiterer Einsparungen zu reduzieren.

Fitch bewertet die Bonität von Portugal mit BB+, das bedeutet Ramschstatus. Der Ausblick ist negativ. (Reuters, 25.1.2013)