Wien - Mit einem Leistenbruch ist nicht zu spaßen - auch wenn ein solcher bis dato kaum Beschwerden verursacht hat. Denn beim Ausüben von Wintersport wird ein Leistenbruch bisweilen zum akuten Gesundheitsproblem. Durch die permanente Bauchspannung beim Schifahren oder Snowboarden, sowie durch plötzliche Abbremsmanöver kann es zur akuten Einengung der Muskellücke und zur Einklemmung der Darmschlingen kommen. "Dadurch wird dieser Darmabschnitt schlechter oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr durchblutet, und das kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen", warnt Andreas Franczak, Viszeral- und Gefäßchirurg am Evangelischen Krankenhaus, in Wien.

Der Patient spürt die Einklemmung durch stechende Schmerzen im Bauchraum und in der Leistengegend und häufig auch durch heftige Übelkeit. Wird nicht akut operiert, besteht das Risiko, dass es zu einem Darmdurchbruch und einer daraus resultierenden Bauchfellentzündung. Dieser Zustand ist lebensgefährlich.

Keine Selbstheilung

Da das Operationsrisiko einer notfallmäßigen Bruchoperation höher ist als bei einem geplanten Eingriff, macht eine vorsorgliche Korrektur der Hernie Sinn. "Dies ist schon allein deshalb angeraten, weil ein Leistenbruch ja nicht von alleine heilt und mit der Zeit immer größer und damit auch riskanter wird," gibt Albert Tuchmann, Chirurgievorstand am Floridsdorfer Krankenhaus zu bedenken.

Leistenbrüche werden heute an vielen Zentren minimal-invasiv, also per Knopflochtechnik operiert. Die in Österreich erst von wenigen Spezialisten praktizierte, sogenannte TEP-Technik kommt sogar ohne innere Schnitte und Narben aus, da die operative Behebung des Bruchs zwischen Bauchfell und Muskulatur geschieht. Dadurch ist eine Verletzung innerer Organe sowie eine Vernarbung des Operationsgebietes weitgehend ausgeschlossen. Franczak: "Der Patient kann bei dieser Eingriffstechnik zumeist am nächsten Tag nach Hause und ist auch nach rund 10-12 Tagen wieder in der Lage, Sport auszuüben." (red, derStandard.at, 25.1.2013)