London/Wien - Schlaf ist heilsam. Das zeigte sich zuletzt auch bei Untersuchungen an Bären, die sich mit entzündeten Wunden zur Winterruhe legten und im Frühjahr gesundet aufwachten. Auch bei Menschen scheint die Sache durchaus ähnlich zu liegen, wie britische Forscher um Derk-Jan Dijk (Universität Surrey) im Fachblatt "PNAS" berichten, die auch gleich eine genetische Erklärung mitliefern.

Die Forscher engagierten für ihre Studie 14 männliche und zwölf weibliche Probanden, die jeweils zweimal eine Woche im Schlaflabor verbrachten. Einmal durften sie eine Woche lang nur sechs Stunden pro Nacht schlafen, das andere Mal konnten sie sich jeweils zehn Stunden lang aussschlafen - im Schnitt reichten allerdings 8,5 Stunden. Nach beiden Wochen mussten sie jeweils 39 bis 41 Stunden durchgehend wach bleiben.

Während des Schlafentzugs wurde den Teilnehmern alle drei Stunden Blut entnommen, um zu prüfen, wann welche Gene aktiv sind. Die Auswertung zeigte, dass nach der Schlafbeschränkung insgesamt 444 Gene herunterreguliert und 267 hochreguliert wurden, schreiben die Forscher. Das sind rund drei Prozent der etwa 25.000 Gene. Betroffen waren vor allem solche, die für Entzündungen, Immunantworten und Stressreaktionen verantwortlich sind, aber auch Gene, die den Stoffwechsel steuern. (tasch, dpa, DER STANDARD, 26.2.2013)