Die Küche ist beides: eine Werkstatt, in der es um Geschmack geht, aber auch ein Ort der Kommunikation und Beschaulichkeit. Neuheiten für die Küche widmen sich daher vorwiegend den Techniken der Steuerung und Strukturen, die vor und nach dem Kochen möglichst rasch für Ordnung sorgen.

1. Für alle Lebensalter

Noch ist die "bewegte Küche" von Alno eine Studie, die Technik und Ergonomie verbindet. Ihre beweglichen Elemente sollen dazu beitragen, dass sich die Küche den Lebensumständen ihrer Benutzer anpassen kann - vom Kind bis zum alten Menschen, von Nutzern unterschiedlicher Größe, die sitzend oder im Stehen arbeiten. Dazu gehört auch die IT-Vernetzung der Küche und der optionale Einbau verschiedener Sensoren auf Basis aktueller Techniken. Alno plant, diese Küche im Herbst unter dem Namen der Traditionsmarke Tielsa auf den Markt zu bringen und diese also wiederzubeleben.

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2. Küchenklang

Dass der Backofen oder Dampfgarer wie ein minimalistisches Bild an der Wand aussehen kann, gehörte vor einigen Jahren zu den Neuerungen bei Gaggenau. Die Nobelmarke der Bosch-Siemens-Hausgeräte setzt auf evolutionäre Entwicklung. Auch die neuesten Serien 400 und 200 lassen sich sowohl per Drehknebel wie auch per TFT-Touch-Display steuern. Die Serie 400 aus massivem Edelstahl steht ein wenig aus der Wand hervor, während die bündig eingebaute Serie 200 mit Vollglasfronten in drei Farbvarianten lieferbar ist. Für die grifflosen Geräte hat Gaggenau erstmals mit Sounddesignern zusammengearbeitet, um beim Öffnen und Schließen einen besonders satten Klang zu erzeugen.

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3. Private Profikollektion

Seinen europäischen Marken AEG (ursprünglich aus Deutschland) und Zanussi (aus Italien) und der Luxusmarke Molteni (mit französischer Einzelanfertigung) hat der schwedische Küchengerätehersteller Electrolux eine weitere Marke hinzugefügt: Grand Cuisine. Die Erfahrungen mit der eigenen Profi-Linie für Köche nutzt Electrolux, um ein professionelles Kochsystem für private Nutzer anzubieten. Neben Öfen, Herden, unterschiedlichen Kochfeldern gehört dazu auch ein Standmixer mit massivem Gehäuse aus Gussaluminium, Zubehör aus Edelstahl, einem planetarisch kreisenden Rührsystem und einem starken, präzis regelbaren Motor.

 

Foto: grand-cuisine

4. Kochgarage

Die Hidden Kitchen von Warendorf steht für die Verbindung von Wohnen und Kochen, von der Überlagerung verschiedener Funktionen in ein und demselben Raum. Wer die Hidden Kitchen bei sich installieren möchte, sollte über ein größeres Loft oder jedenfalls eine Menge Platz verfügen. Nur dann kommt die sieben Meter lange Küchenzeile mit ihrer knapp fünf Meter breiten, schwenkbaren Front richtig zur Geltung. Sie verbirgt den Arbeitsbereich mit Ablageflächen, Regalen, Dunstabzugshaube und integrierter Beleuchtung. Die Oberfläche der Front wird durch natürlichen Rost bestimmt und von Hand wie ein Lack aufgetragen. Jede Küchenfront ist somit ein Unikat. Die eindrucksvolle Schwenktür wird wie ein Garagentor gesteuert.

Foto: warendorf

5. Hitze, wo sie gebraucht wird

Geht es nach Siemens, werden wir in naher Zukunft per Tablet- oder Smartphone-App den Inhalt unseres Kühlschranks fotografieren und von unterwegs abrufen können. Das soll den Einkauf erleichtern, zumal die App auch Rezepte und Einkaufslisten bereithalten wird, was allerdings noch Zukunftsmusik ist. Anders die Vollflächeninduktion, ein 72 mal 45 Zentimeter breites Kochfeld auf dem bis zu vier Bräter, Töpfe oder Pfannen unterschiedlicher Größe künftig frei platziert und bewegt werden können. Hitze entsteht dabei nur dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Foto: siemens

6. Backen per Finger

Das Prinzip Smartphone setzt sich durch: Auch bei den neuesten Backöfen und Dampfgarern, Kaffeemaschinen, Mikrowellen und Dunstabzugshauben von Miele gibt es künftig als Option die M-Touch-Steuerung, die auf Wisch- und Tippbewegungen der Fingerspitze reagiert und die Nutzung der Geräte mittels Touch-Display und Klartextanzeige intuitiv ermöglicht. Hinzu kommt, dass Miele seine Einbaugeräte nochmals minimalistischer gestaltet: Bei der Pure Line kommen horizontale Edelstahlelemente und besonders große tiefschwarze Glasflächen zum Einsatz. Ein markanter massiver Griff, vor der Glasfläche wirkt fast schwebend.

Foto: miele

7. Küchendramaturgie

Xtend+ heißt das Aufsatzregalsystem von Leicht, das neue Optionen zur Raumgestaltung oberhalb der Arbeitsplatte bietet. Die Aluminiumstruktur kann an der Wand, in Nischen eingebaut oder frei stehend als Raumteiler aufgestellt werden. Jeder der herausnehmbaren Böden lässt sich einzeln beleuchten. Die Stromführung ist ins Regal integriert. Optional ist Xtend+ mit beweglichen Lamellen aus MDF erhältlich. Dazu gehört ein dramaturgischer Lichteffekt: Öffnet man die Lamellen per Knopfdruck der Funkfernsteuerung, wird die Beleuchtung langsam heraufgedimmt. (Thomas Edelmann, Rondo, DER STANDARD, 8.3.2013)

 

Foto: leicht