Er war kein Mann der lauten Töne, weder in der Musik noch als Person. Fritz Pauer lebte zurückgezogen im Burgenland und war ein Mann, der als Jazzpianist europaweit Anerkennung genoss. Beides war wohl auch der Tatsache zuzuschreiben, dass er seine Wanderjahre früh hinter sich gebracht hatte: Die Lehrzeit von 1964 bis 1968, als Pauer in Berlin als Hauspianist u. a. der Jazzgalerie Granden von Dexter Gordon bis Lee Konitz begleitete, machte aus einem Frühreifen einen geschätzten Routinier.

Mit 25 kehrte Fritz Pauer in seine Heimatstadt Wien zurück. Auch die Anwesenheit des 1999 verstorbenen Trompeters Art Farmer war in der Folge mit dafür verantwortlich, dass dem Pianisten Wien nicht zu eng wurde. Im Laufe der Jahre kehrte Pauer immer wieder zur von ihm überaus geschätzten Klaviertrio-Besetzung zurück: So auch im Mai 2012, als er mit Johannes Strasser (Bass) und Joris Dudli (Schlagzeug) ins Studio ging. Dass es seine letzte Aufnahme sein sollte, ahnte damals niemand. Am 1. Juli starb Pauer 68-jährig während einer Zugfahrt von Zurndorf nach Wien. Morgen, Donnerstag, sind jene Aufnahmen als Doppel-CD Quiet Passion (Universal Music) erstmals erhältlich - aus Anlass eines Gedenkkonzerts im Gläsernen Saal des Musikvereins, in dessen Rahmen Pauers Kompositionen von Sheila Cooper, Heidi Krenn, Daniel Nösig, Andy Middleton, Karl Ratzer u. v. a. interpretiert werden. (felb, DER STANDARD, 3.4.2013)