Der Netzwerkgedanke hat in Österreichs Jazzlandschaft in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Renaissance erfahren. Den Beginn, so sei in Erinnerung gerufen, machte schon anno 1996 eine Kooperative mit dem schnittigen Kürzel V:NM in Graz, hinter dem ein Zusammenschluss mit dem nicht ganz so schnittigen Namen Verein zur Förderung und Verbreitung Neuer Musik steht. 1999 organisierte dieses Kollektiv, dem heute rund 60 MusikerInnen der Grazer und der Wiener Improvisationsszene angehören, das erste Festival, das seit 2001 im biennalen Rhythmus an verschiedenen Orten der Mur-Metropole stattfindet.

Die Mitglieder sind aufgerufen, selbst Projekte oder Wunschbesetzungen vorzuschlagen. Wobei als Richtlinie gilt, sich in möglichst neuen, noch unerprobten Konstellationen zu präsentieren. Seit 2009 suchen die V: NM-MusikerInnen auch den Kontakt mit anderen Städten: Unter der Leitung von Schlagzeuger Josef Klammer fanden Austauschprojekte mit Köln (2009), London (2010) und Wroclaw (2012) statt. Letzteres erlebt nun sein " Rückspiel": Aus Polen reisen u. a. die Saxofonisten Gerard Lebik und Anna Zaradny, Trompeter Piotr Damasiewicz, Vokalist Kostas Georgakopulos sowie Pianist und Soundelektroniker Cezary Duchnowski an, um sich mit heimischen Musizierenden (Elisabeth Schimana, Franz Schmuck, Werner Raditschnig, Mia Zabelka, Oskar Aichinger, Burkhard Stangl, Franz Hautzinger, Angélica Castelló u. a.) in unterschiedlichen Konstellationen auszutauschen.

Sonntags wartet zum Abschluss ein Solokonzert von Anna Zaradny im Zollamt Bad Radkersburg (14 Uhr) sowie ein Mammut-Improvisationskonzert aller Musiker. (felb, DER STANDARD, 3.4.2013)