Wien - Der steirische Exportunternehmer Daniel F. steht, wie berichtet, im Verdacht, jahrelang illegal Bauteile für das iranische Raketenprogramm geliefert zu haben. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegsmaterial- und Außenhandelsgesetz. Anklage wurde noch nicht erhoben, man warte auf die Ergebnisse der polizeilichen Erhebungen, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, zum Standard

In einem Nebenverfahren gibt es aber bereits das erste Urteil. Am vergangenen Donnerstag wurde der 30-Jährige wegen betrügerischer Krida und schweren Betrugs zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt. Zudem verhängte das Straflandesgericht Graz eine bedingte Strafe von 20 Monaten. Die Justiz warf dem Feldbacher vor, Geschäftspartner um 88.000 Euro geschädigt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Auf der Flucht

Wesentlich weitreichender sind die Vorwürfe im Zusammenhang mit vermeintlichen Verstößen gegen die Iran-Sanktionen. F. schaffte es sogar auf eine "schwarze Liste" der US-Regierung. Einen Haftbefehl gab es in Österreich bereits seit August 2006.

Der Verhaftung entzog sich der Steirer aber, indem er sich ins Ausland absetzte. Zuerst in die Vereinigten Arabischen Emirate, von wo aus er seine Geschäfte weitergeführt haben soll; später dann auf die Philippinen. Nach einem Passvergehen auf dem Inselstaat wurde F. im November des Vorjahres in Österreich in U-Haft genommen. Nach Zahlung einer Kaution von 500.000 Euro kam er Anfang Februar auf freien Fuß. (Günther Oswald, DER STANDARD, 03.04.2013)