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Zwei heiße Eisen im Yamaha-Rennstall: Jorge Lorenzo (li) und Valentino Rossi.

Foto: EPA/Roman Rios

Doha - Die am Sonntag mit dem Nachtrennen in Katar (MotoGP ab 18.55 Uhr MESZ) beginnende Motorrad-Straßen-WM 2013 birgt Spannung wie schon lange nicht. Vor allem, weil MotoGP-Titelverteidiger Jorge Lorenzo (Yamaha) nicht nur von seinen spanischen Honda-Landsleuten Dani Pedrosa und Marc Marquez, sondern auch vom zu Yamaha zurückgekehrten, neunfachen Weltmeister Valentino Rossi gejagt wird. 18 Rennen in 12 Ländern stehen bis November auf dem Programm der Zweirad-Königsklasse.

Der Doktors Comeback bei Yamaha

Die Rückkehr des bereits 34-jährigen Rossi zu Yamaha nach zwei sieglosen Seuchenjahren bei Ducati war neben dem Ausstieg des Australiers Casey Stoner eine der Topmeldungen in der zweiten Saisonhälfte 2012. Nachdem er in 35 Rennen für die italienische Kultmarke nur drei Podestplätze geschafft und mit den WM-Endplätzen sieben und sechs die schlechtesten seiner Karriere eingefahren hatte, brach der "Doktor" das Ducati-Experiment ab und kehrte zu jener Marke zurück, mit der er von 2004 bis 2010 vier WM-Titel geholt hatte.

Dorthin bringt er nun nicht nur wieder seine legendäre Startnummer 46 mit, dort trifft er auch wieder auf Jorge Lorenzo. Die Rivalität sowie die aufkommende Klasse des neun Jahre jüngeren Spaniers hatte 2010 maßgeblich zum Weggang Rossis beigetragen. Der nach dem Stoner-Aus heftig von Honda umworbene Lorenzo ist und bleibt die Nummer eins im Werksteam der Japaner.

"Wir müssen weiterhin keine Freunde sein"

Denn der Titelverteidiger ist nicht nur am Zenit seiner Karriere, auch die Yamaha M1 ist klar auf den 25-jährigen Champion zugeschnitten. 54 Mal stand Lorenzo in den vergangenen vier Jahren in 68 MotoGP-Rennen auf dem Podest, in dieser Phase hat er 22 seiner bisher 23 MotoGP-Siege gefeiert. Das einst kritische Verhältnis der beiden Erzrivalen ist laut Lorenzo aber besser als vor drei Jahren. "Wir müssen weiterhin keine Freunde sein. Doch wir sind beide älter und reifer geworden - vor allem ich", betonte der Mallorquiner.

Bei den Testfahrten in Sepang, Austin und Jerez hielt Rossi aber problemlos mit der Spitze mit. "Mit Yamaha habe ich die besten Momente meiner Karriere teilen dürfen. Das kann wieder der Fall sein", hofft der 34-Jährige deshalb auf ein neues Erfolgs-Kapitel in seiner einzigartigen Karriere.

Honda und Pedrosa gierig nach Erfolg

Gefahr droht Lorenzo aber vor allem von den starken Honda-Werkspiloten, denn Dani Pedrosa feierte im Vorjahr sogar mehr Siege als der Weltmeister. Nur 18 Punkte fehlten dem Spanier am Ende in der WM auf seinen Landsmann, und der Schützling des Österreichers Mike Leitner brennt darauf, nach sieben MotoGP-Jahren in den Top-Fünf endlich auch Champion zu werden. "Dani war in der zweiten Saisonhälfte 2012 in Topform. Riesenschritte sind da nicht mehr möglich, aber Platz für Verbesserungen gibt es immer", erklärte Leitner.

Der spanische Vizeweltmeister muss aber aufpassen, dass ihm nicht sein neuer Teamkollege die Show stiehlt. Der erst 20-jährige Rookie Marc Marquez, der Stoner bei Honda ersetzt, gilt als sauschnell und beinhart. Marquez ist der jüngste Fahrer im Feld.

Großes Starterfeld

Mit 24 permanenten Fahrern ist dieses Feld so groß wie noch nie in der Viertakt-Ära der MotoGP. Und auch besonders stark. Neun Weltmeister mit insgesamt 23 Titeln stehen am Start. 16 der MotoGP-Fahrer haben schon Rennsiege geholt, in Summe blicken diese 16 auf beachtliche 299 Grand-Prix-Siege zurück.

Neu ist das Qualifying-Format im MotoGP. Die zehn schnellsten Piloten der drei freien Trainings stehen automatisch im zweiten Teil des Qualifyings (Q2). Die restlichen zwei Plätze für den von zwölf Fahrern bestrittenen Kampf um die Pole Position werden im Q1 ermittelt. (APA/Si, 3.4.2013)