Wien - Die Gebrüder Moped sind eine zeitgenössische Variante von Karl Farkas und Ernst Waldbrunn: Der eine weiß alles (glaubt er zumindest), der andere weiß alles besser.

Der eine ordert Pizza mit Pommes, der andere verabscheut Sandalen. Der Dicke redet sich, Fremdwörter falsch verwendend, um Kopf und Kragen. Der Dünne, ein ausgebrannter Journalist, bejammert wortgewandt sein Schicksal.

Die Frau hat ihn hinausgeworfen, seinen Sohn darf er nicht sehen. Und dann ist auch noch die Volontärin Marie, mit der er ein Verhältnis hat, schuld, dass er beurlaubt wurde. Der Dicke, Portier im Verlagshaus, versucht den Dünnen aus der Depression zu holen. Gemeinsam werden sie sogar kleinlaut: Sie gestehen ein, dass es Männer sind, die 90 Minuten reden können, ohne etwas zu sagen.

Superwahljahr

Wirklich amüsant wird das Programm Männerversteher, das am Dienstag im Niedermair Premiere hatte, erst nach der Pause: Im Superwahljahr kommentieren die Gebrüder eine Liveübertragung vom Sprint zur Urne, der an der Schikane namens Wirtshaus vorbeiführt. Die Volkspartei sei unter den ÖVP-Wählern immer noch die Nummer eins, aber nur mehr knapp.

Franz Joseph Stanzl sind sieben Parteien zu viel: Er hält ein grandioses Plädoyer, die Tierwelt auf drei Gattungen (Fliegen, Pferde, Fische) zu reduzieren. Inspiriert wurden die Gebrüder Moped auch von dieser Zeitung. Denn laut einer Umfrage, über die der Standard am 13. März berichtete, stimmen 42 Prozent dem Satz zu: "Unter Hitler war nicht alles schlecht." Logische Schlussfolgerung: Immerhin 58 Prozent meinen, dass unter Hitler nicht alles gut gewesen sei.   (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 4.4.2013