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Denise Rich: Geboren in Massachusetts, ihr Vater war Österreicher.

Foto: AP/Agostini

Die Liste der Steuerflüchtlinge, die Medien weltweit am Donnerstag veröffentlichten, ist nicht nur lang, sondern naturgemäß auch schillernd. Sie enthält Politiker aus Pakistan, Aserbaidschan, Thailand und Kanada, amerikanische Ärzte und Zahnärzte, griechische Dorfbewohner, Wall-Street-Akteure, osteuropäische Milliardäre, russische Oligarchen und viele mehr.

In welchem Umfang der Datensatz auch Österreicher oder Österreicherinnen enthält, ist bislang nicht bekannt. Der einzige Fall bisher: Unter den beinahe 4.000 gebürtigen US-Amerikanern auf der Liste befindet sich auch die Komponistin Denise Rich, die Hits für Stars wie Celine Dion schrieb. Demnach hielt Rich im Jahr 2006, als sie in New York lebte, 144 Millionen Dollar in einem Trust auf den Cook-Inseln - darüber hinaus eine Yacht namens "Lady Joy".

Seit 2011 österreichische Staatsbürgerin

Richs Ex-Gatte, der Hedgefonds-Manager Marc Rich, war 1983 in den USA wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Präsident Bill Clinton gewährte ihm an seinem letzten Amtstag die Begnadigung. Denise Rich gab ihre US-Staatsbürgerschaft Ende 2011 auf und ist heute Österreicherin, ebenso wie ihr derzeitiger Lebensgefährte.

Dass sie ihre US-Staatsbürgerschaft allein aus Liebe zu Österreich, dem Geburtsland ihres Vaters, aufgegeben hat, wurde heftig angezweifelt. Mit dem Schritt spare Rich sich etliche Millionen Dollar Steuern, meinten böse Zungen. Ihren Lebensmittelpunkt wolle sie ohnedies nach London verlegen. (red, derStandard.at, 4.4.2013)