Juventus Turin bietet sich die perfekte Gelegenheit, Selbstvertrauen fürs Viertelfinal-Rückspiel der Fußball-Champions-League zu sammeln. Vier Tage vor dem zweiten Match gegen Bayern München empfängt der Dominator der italienischen Serie A am Samstag (18.00 Uhr) in der 31. Runde Schlusslicht Pescara.

Seit den Gegentoren von David Alaba nach nur 25 Sekunden und Thomas Müller hagelt es für Juves Tormann-Legende Gianluigi Buffon Hohn und Spott. Für Deutschlands Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer agierte Buffon bei Alabas "Schuss aus ungefähr 120 Metern" sogar "in Altherrenmanier". Dabei war der Ball abgefälscht.

"Schlaue Experten wie Beckenbauer melden sich jetzt zu Wort. Und ich kann eigentlich gar nicht dagegen protestieren", gab sich der sonst meist gefeierte Buffon ein wenig zerknirscht. "Ich habe uns das Match gekostet. Das tut mit leid, für die Mannschaft und für die Fans. Aber in meinem Job passieren solche Fehler."

Der 35-Jährige will nun den Blick nach vorne richten: "Ich muss den Kopf oben halten und auf die nächsten Spiele warten." In der Liga führt Juve acht Runden vor Schluss neun Punkte vor Napoli, das am Sonntag (20.45 Uhr) Genua empfängt.

Im Kampf um Platz drei, der eine Teilnahme an der Champions-League-Quali bringt, hat derzeit AC Milan die besten Karten. Das viertplatzierte Fiorentina könnte aber im direkten Duell am Sonntag (12.30 Uhr) in Florenz den Rückstand auf Milan auf drei Punkte reduzieren. Allerdings agiert Milan seit der Verpflichtung von Stürmerstar Mario Balotelli in Hochform, die jüngsten vier Ligaspiele wurden bei einem Torverhältnis von 8:0 allesamt gewonnen.

Um einen Platz in der Europa League geht es am Montag (20.45 Uhr) im Römer Derby zwischen AS Roma und Lazio. Im hinteren Mittelfeld der Tabelle duellieren sich am Samstag (20.45 Uhr) György Garics mit Bologna und Torino. 

Stadion-Konflikt lässt Cagliari emigieren

Cagliari hat sich unterdessen entschieden, Heimspiele bis Saisonende im rund 1000 km entfernten Triest auszutragen. Nachdem die Gemeinde Quartu als Eigentümer des neuen, etwas außerhalb der Stadt gelegenen, Cagliari-Stadions am vergangenen Wochenende wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen den Zuschauern bereits zum dritten Mal den Einlass verweigerte, hat der Verein den Mietvertrag aufgelöst. Es droht nun ein Rechtsstreit.

Erstmals war das Stadion im vergangenen Jahr bei einem Sicherheitscheck durchgefallen. Das damals kurzfristig abgesagte Spiel gegen den AS Rom im September wurde mit 0:3 gewertet, da Cagliari nicht vor leeren Rängen spielen wollte. Danach folgten Geisterspiele gegen Sampdoria Genua und den FC Turin. Einmal wich man nach Parma aus.

Mitte Februar war Massimo Cellino, der Präsident des ehemaligen Meisters, wegen des Vorwurfs der Unterschlagung im Zusammenhang mit dem Bau des Stadions verhaftet worden. (APA/sid; 5.4.2013)