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Die Unternehmenszentrale in München - gespart wird in Wien.

Foto: AP/Schrader

Wien/Düsseldorf – Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich (RMMV) in Wien-Liesing muss in seinem Wiener Werk "die Kapazitäten veränderten Marktbedingungen anpassen". Und das könnte mehrere hundert der 756 Mitarbeiter den Job kosten. Das wurde am Freitagnachmittag in der Unternehmenszentrale in Düsseldorf und der Belegschaft in Wien bekanntgegeben.

Hintergrund der Sparpläne ist das schleppende Geschäft mit Panzerfahrzeugen: Das Liesinger Werk hatte als Gegengeschäft zum Eurofighter-Kauf einen Auftrag zum Bau von 7200 teilweise gepanzerten Militärtransportern für die britischen Streitkräfte erhalten. Mit einer knappen Milliarde Euro Auftragswert war das einer der größten Brocken im Korb der Gegengeschäfte. Doch dieser Auftrag ist abgearbeitet – und ein weiterer Kunde ist derzeit nicht in Sicht, auch wenn man sich Hoffnungen macht, auch auf dem aus tralischen Markt zu landen.

Zweites Standbein eingeknickt

Gleichzeitig ist das zweite Standbein des Liesinger Werks eingeknickt: Am Standort Wien unterhält RMMV ein Kompetenzzentrum zur Montage ziviler MAN-Sonderfahrzeuge. Neben den Panzerfahrzeugen werden dort auch schwere Transporter für zivile Unternehmen, Feuerwehrfahrzeuge für Flughäfen und Betonpumpen hergestellt. Allerdings spürt gerade dieser Sektor schrumpfende Aufträge der öffentlichen Hand.

RMMV will nicht nur bei den Produktionsstraßen in Wien, sondern auch in der Verwaltung sparen und mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeiten, um den massiven Personalabbau bis zur Jahresmitte möglichst sozialverträglich zu gestalten. Weder Betriebsrat noch Geschäftsführung wollten dazu am Freitag genaue Angaben machen.

Das Werk in Liesing ist das größte von RMMV, etwa die Hälfte der 1479 Mitarbeiter ist hier beschäftigt. Der Umsatz von 570 Millionen Euro, die RMMV erwirtschaftet, ist allerdings nur ein Viertel des Konzernumsatzes. Rheinmetall hat weltweit 9623 Mitarbeiter. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 6.4.2013)