Kairo - In Ägypten ist ein Islamist mit seiner Klage gegen einen Fernsehsender wegen häufiger Witze über Präsident Mohammed Mursi gescheitert. Ein Verwaltungsgericht in Kairo wies am Samstag den Fall mit der Begründung ab, der Kläger sei zu dieser Klage überhaupt nicht berechtigt.

Ein islamistischer Anwalt hatte die Schließung des Privatsenders CBC erreichen wollen, bei dem die Show "Al-Barnameg" ("Das Programm") des populären TV-Satirikers Bassem Youssef ausgestrahlt wird. Islamisten werfen dem Komiker vor, bei seinen Auftritten Mursi und den Islam beleidigt zu haben.

Verfahren wegen Beleidigung

Gegen Youssef laufen allerdings noch weitere Verfahren wegen Beleidigung des Präsidenten und des Islam. Vor einer Woche war er nach einem Verhör gegen eine Kaution von umgerechnet rund 1700 Euro wieder freigekommen. Youssef wurde während des Aufstandes 2011 bekannt, der zur Absetzung von Präsident Hosni Mubarak führte. Seine satirische Show wurde zunächst aus Youtube und später auch im ägyptischen Fernsehen ausgestrahlt. Dort widmet er sich den politischen Größen des Landes.

So machte er sich im vergangenen Jahr über die häufige Nutzung des Wortes "Liebe" von Mursi lustig. Er sang ein Liebeslied während er ein rotes Kissen mit dem Konterfei von Mursi anschmachtete. Als er sich den Behörden stellte, trug Jussef einen überdimensionierten Hut, der dem nachempfunden war, den Mursi im März bei der Verleihung einer Ehrendoktorwürde in Pakistan trug. (red/APA, derStandard.at, 6.4.2013)