Dortmund/Köln - Frauen sind nach Einschätzung der Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals, Silke Räbiger, in der Filmproduktion zu schwach vertreten. Zwar gebe es heute kein Thema mehr, das von Frauen nicht bearbeitet werde, sagte sie der "Welt am Sonntag". Aber große Spielfilme mit großen Budgets seien nach wie vor eine Domäne der Männer. "Doris Dörrie, Margarethe von Trotta und Caroline Link sind da Ausnahmen. In anderen Ländern machen viel mehr Frauen große Filme." Das fünftägige Festival in Dortmund und Köln beginnt am Dienstag.

74.400 Euro weniger Frauen

Über die Gründe für Übermacht der Männer wisse man nicht viel, sagte Räbiger. Die für die Förderung des deutschen Films zuständige Filmförderungsanstalt habe 2012 insgesamt 49 Filme gefördert. Darunter seien nur elf von Frauen gewesen. "Und diese Filmemacherinnen haben im Schnitt 74.400 Euro weniger Mittel bekommen als ihre männliche Kollegen", zitiert die Zeitung Räbiger. Das müsse dringend untersucht werden, denn schließlich machten Frauen die Hälfte der Filmstudenten aus.

Für viele Frauen sei die Erziehung der Kinder noch immer ein Karrierehindernis. Deutschland solle sich ein Beispiel an anderen Ländern wie etwa Großbritannien nehmen, wo die Produktion die Kinderbetreuung mit einplanen müsse. Davon sei man in Deutschland weit entfernt.

Festivaltitel: "Exzesse"

Das Internationale Frauenfilmfestival ist 2006 aus einer Fusion der Festivals "femme totale" in Dortmund und "feminale" in Köln entstanden und findet jährlich wechselnd in Köln und Dortmund statt. In diesem Jahr ist der Veranstaltungsschwerpunkt in Dortmund. Der Festivaltitel lautet "Exzesse". (APA, 7.4.2013)