Jerusalem/Almaty - Israel hat angesichts der erneut ergebnislosen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm eine härtere Gangart von den Weltmächten gefordert. Die "gesamte Welt, die USA und der Westen" müssten der Islamischen Republik mit militärischen Schritten oder einer anderen "unmissverständlichen roten Linie" drohen, um Ergebnisse zu erzielen, sagte Strategie-Minister Juwal Steinitz am Sonntag. " Sanktionen reichen nicht, und Gespräche reichen nicht." Sofern der Iran nicht aufhöre, Uran anzureichern, sollte innerhalb von "ein paar Wochen, einem Monat" gehandelt werden, fügte der enge Vertraute von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hinzu.

Am Samstag war auch der jüngste Gesprächsmarathon ohne echte Annäherung zu Ende gegangen. Die Verhandlungsführerin der fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder sowie Deutschlands, die EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton, sagte nach dem Ende des Treffens im kasachischen Almaty, es habe lange und intensive Diskussionen gegeben. Die Positionen lägen aber nach wie vor weit auseinander.

Die Sechsergruppe hatte dem Iran eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht gestellt, wenn er darauf verzichtet, Uran bis zu 20 Prozent anzureichern. Das lehnte Teheran ab. Chefunterhändler Said Jalili sagte, er habe einen eigenen Plan zur Lösung des Streits vorgelegt. Dieser werde nun geprüft. (red, DER STANDARD, 8.4.2013)