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Die Drohnen von Schiebel seine "Dual-Use-Güter", so das Wirtschaftsministerium

Foto: apa

Laut einem Bericht von diepresse.com wird die südkoreanische Marine mit unbewaffneten "Camcoptern" der österreichischen Firma Schiebel ausgestattet. Während die Spannung auf der koreanischen Halbinsel steigt, hat Südkorea bereits Abwehr- und Radarsysteme angesichts neuer Drohungen aus dem Norden startklar gemacht. Mit dabei werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch Drohnen aus Österreich sein. Etwa zehn Stück von den rund 3,11 Meter langen und 110 Kilo schweren Maschinen soll Schiebel geliefert haben. Mit einer Nutzlast von 50 Kilogramm eigne sich die Drohne zwar nicht als Waffe, der militärische Einsatz ist dennoch nicht ausgeschlossen und wird von Schiebel in einer Broschüre sogar beworben.

Militärische Verwendung

Das Außenministerium sprach sich laut diepresse.com gegen die Auslieferung der "Camcopter S-100" aus, denn aus dem Antrage von Schiebel gehe eindeutig die militärische Verwendung hervor und die Gefährdung der Stabilität in der Region könne nicht ausgeschlossen werden. Der österreichische Staat dürfte in diesem Fall ein Geschäft unterbinden.

Keine Bedenken

Im Wirtschaftsministerium sieht man das jedoch anders. Aufträge, die für militärische als auch zivile Zwecke eingesetzt werden und somit "Dual-Use-Güter" sind, können vom Wirtschaftsministerium bewilligt werden. Dass die Maschinen an die südkoreanische Marine gehen, hätte das Außenministerium zwar beunruhigt, das Wirtschaftsressort habe jedoch keine Bedenken.

Internationale Lieferungen

Die in Wiener Neustadt hergestellten Drohnen der Firma Schiebel gehen mittlerweile an die ganze Welt. Auch die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Australien gehören zu den führenden Abnehmern. Als Schiebel einst sogar eine Lieferung an den damaligen libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi auslieferte, hagelte es Kritik. Die Drohnen seien damals vor allem dazu verwendet worden, Bootsflüchtlinge in Not ausfindig zu machen – so die offizielle Erklärung von Hans-Georg Schiebel. Auch auf chinesischen Kriegsschiffen sollen sich Schiebel-Drohnen befunden haben. (red, derStandard.at, 8.4.2013)