Wien - Die Wiener Börse hat am Dienstag bei moderatem Volumen klar fester geschlossen, während sich das europäische Börsenumfeld uneinheitlich zeigte. Der ATX stieg 43,8 Punkte oder 1,87 Prozent auf 2.380,24 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 25 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.355 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,12 Prozent, DAX/Frankfurt -0,39 Prozent, FTSE/London +0,49 Prozent und CAC-40/Paris -0,03 Prozent.

An einem nachrichtenarmen Handelstag nannten Marktteilnehmer die positive Eröffnung der US-Berichtssaison durch den Alu-Konzerns Alcoa und die im März gefallene chinesische Inflation kursstützend. Vor allem seien in China durch den gesunkenen Inflationsdruck die Chancen auf geldpolitische Lockerungen gestiegen, hieß es weiter. Am Nachmittag trübte sich jedoch das vorerst einhellig positive Sentiment an den europäischen Aktienmärkten teilweise ein.

Zudem warnte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute vor einer Bankenkrise und Rezession in Slowenien. Man habe dort die Rettungskosten von maroden Banken "signifikant" unterschätzt, urteilten die OECD-Experten. Ein Kandidat für den Euro-Rettungsschirm sei das Land "derzeit" jedoch nicht, hieß es weiter.

Die Analysten der UBS sprachen heute für die Aktie der Erste Group bei der Wiederaufnahme der Bewertung die Kaufempfehlung "Buy" (Kursziel 28,00 Euro) aus - trotz der momentanen Bankenkrise in Slowenien, welche sie als Makro-Risiko für den Aktienkurs bezeichneten. Im Fahrwasser des europaweit festen Branchentrends bei Banken legten Erste Group um satte 4,99 Prozent auf 23,05 Euro zu und notierten unter größten Tagesgewinnern, Raiffeisen hinkten mit plus 1,49 Prozent auf 26,59 Euro klar hinterher. Die Analyseabteilung der UBS hatte auch die Bewertung der Raiffeisen-Titel mit dem Votum "Neutral" und einem Preisziel von 27,80 Euro wieder aufgenommen.

voestalpine zeigten sich ähnlich den Rohstoffwerten an den internationalen Indizes beflügelt von der am Vorabend publizierten Alcoa-Bilanz mit plus 3,19 Prozent auf 23,44 Euro. Bergauf ging es auch für die Anteilsscheine von Andritz, die um 0,91 Prozent höher bei 50,99 Euro aus dem Handel gingen. Das Kursziel für die Aktie des Maschinenbauers wurde von den JPMorgan-Analysten zuvor von 51,50 auf 52,50 Euro angehoben und das Votum "Neutral" beibehalten.

Uneinheitlich zeigten sich die Immowerte - während Warimpex (plus 5,94 Prozent auf 1,32 Euro) und Immofinanz (plus 1,22 Prozent auf 2,99 Euro) zu den Gewinnern zählten, säumten CA Immo (minus 1,73 Prozent auf 9,83 Euro) und S Immo (minus 0,85 Prozent auf 4,57 Euro) das untere Ende der Kurstafel. (APA, 9.4.2013)