Mailand - Bei der Suche nach einem Nachfolger des Franzosen Stephane Lissner als Intendant der Scala ab 2015, will das Mailänder Opernhaus auf volle Transparenz setzen. Der Scala-Aufsichtsrat plant eine öffentliche Ausschreibung für das Amt des Intendanten. Kandidaten können dem Aufsichtsrat unter der Leitung des Mailänder Bürgermeisters Giuliano Pisapia ihre Lebensläufe einreichen. Danach soll eine Shortlist der Kandidaten erstellt werden.

Das letzte Wort hat der Aufsichtsrat, der jedenfalls in voller Autonomie auch Persönlichkeiten wählen kann, die sich nicht an der Ausschreibung beteiligen, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Dienstag. Mit dieser Lösung will der Aufsichtsrat die Wahl des Intendanten transparenter gestalten. Zu den Kandidaten auf Lissners Nachfolge zählt auch der Salzburger Festspielintendant Alexander Pereira, der Kontakte zur Scala bestätigt hat. "Eine öffentliche Ausschreibung ist an der Scala präzedenzlos", kommentierte "Corriere della Sera".

Nachfolger noch vor Juli ernannt werden

Laut Bürgermeister Pisapia soll Lissners Nachfolger noch vor Juli ernannt werden. Mit der Nachfolge wird sich der Aufsichtsrat bei der nächsten Sitzung Anfang Mai befassen. Neben Lissners Nachfolger wird der Aufsichtsrat voraussichtlich auch einen Musik-Direktor und einen künstlerischen Leiter ernennen.

Das italienische Fachmagazin "Classic Voice" veröffentlichte eine Umfrage unter Experten, die sich über ihre Favoriten unter den möglichen Musik-Direktor äußerten. Dabei setzte sich der Dirigent Daniele Gatti durch, gefolgt von Riccardo Chailly, Antonio Pappano und Fabio Luisi. (APA 9.4.2013)