Graz - Die Tarife im steirischen Verkehrsverbund und damit auch bei den Graz Linien werden ab 1. Juli um durchschnittlich 5 Prozent angehoben. Die KPÖ wollte dies am Dienstag mit einer Landtagsinitiative verhindern - mit kaum Aussicht auf Erfolg, weil den Unternehmen eine jährliche Anhebung im Ausmaß des maximal 1,75-fachen des Verbraucherpreisindex vertraglich zusteht.

Der KPÖ ist die 2004 den Verkehrsunternehmen eingeräumte Lizenz, die Tarifschraube nach oben zu drehen, ein Dorn im Auge. "Unzumutbar", Öffi-Pender würden bestraft, so Abg. Werner Murgg. Sein Vorstoß wurde von den Grünen unterstützt und die Freiheitlichen wollten dazu eine Stellungnahme von FPÖ-Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann einholen. Wie aber die Erfahrung zeigt, kommt die Tariferhöhung trotzdem. So half 2010 nicht einmal ein Landtagsveto, damals mit den Stimmen der SPÖ.

Salzburg, Tirol, Kärnten teurer als Steiermark

"Die Politik muss sich überlegen, ob sie über ÖV-Tarife Sozialpolitik macht, abgesehen von den ohnedies hohen Subventionen", ist ein Insider skeptisch bezüglich der Tendenz der Städte, etwa Jahreskarten noch stärker zu stützen. Genau mit diesen Beispielen - Wien mit 365 Euro und Linz mit 285 Euro ab 1.7. nur für Linzer - argumentiert Murg, der für eine Vertragsänderung ist und eine Abschaffung der Teuerungsautomatik fordert. Eine derartige Tarifhoheit wird den Unternehmen nicht in allen Verbünden eingeräumt.

Seitens der Steirischen Verkehrsverbund Gesellschaft argumentiert man, dass die Tarife insgesamt im Schnitt lägen. Wie ein Vergleich von derStandard.at jüngst zeigte, sind die Jahreskarten in Salzburg (481 Euro), Tirol (452 Euro) und Kärnten (420 Euro) am teuersten, gefolgt von der Steiermark mit nunmehr 388 Euro. Bei den Einzelfahrscheinen bewegen sich die meisten Verbünde schon über der Zwei-Euro-Marke: Vorne weg auch hier Salzburg (2,30 Euro) vor dem Verkehrsverbund Ostregion (2,20 Euro) und jetzt dem steirischen Verbund (2,10 Euro). Um 2,00 Euro darf man in Kärnten, Oberösterreich und Tirol spontan mitfahren. Durchwegs am günstigsten ist das - allerdings vom Netz her nur bedingt vergleichbare - Angebot in Vorarlberg. (APA/red, 9.4.2013)