Die französische Regierung will ein europaweites Verbot des Giftstoffes Bisphenol A in Kassenbons durchsetzen. Frankreichs Umweltministerin Delphine Batho kündigte an, dass sie einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission unterbreiten werde. Zuvor hatte die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Arbeitsschutz (Anses) vor allem Schwangere und Kassierinnen vor der Chemikalie gewarnt, die als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend gilt. Etwa 80 Prozent der Verseuchung des Menschen durch Bisphenol A findet laut der Behörde über Lebensmittel statt.

Die Chemikalie kommt auf Kassenbons oder Fahrkarten, aber auch in der Innenbeschichtung von Konservendosen oder in Plastikflaschen und -verpackungen aus Polycarbonat vor. Studien zufolge können schon kleinste Mengen des Stoffes über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen und Schäden anrichten. Die französische Behörde Anses warnte aber auch vor Ersatzstoffen - wegen fehlender wissenschaftlicher Studien sei ein Ersatz durch andere Bisphenole nicht ratsam, so Anses.

Frankreich zählt beim Umgang mit dem Giftstoff zu den Vorreitern in der EU. Die Chemikalie ist ab Anfang 2015 in allen Lebensmittel-Verpackungen verboten, in jenen für Kleinkinder unter drei Jahren bereits seit Anfang 2013. Auch über ein weitergehendes Verbot von Weichmachern wie Phthalaten wird in Frankreich diskutiert. Bestimmte Weichmacher, die bei Kunststoffen, Gummi, Farben oder Lacken zum Einsatz kommen, stehen ebenfalls im Verdacht, unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. (APA/red, derStandard.at, 9.4.2013)