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George Soros richtet scharfe Worte an Deutschland und setzt auf gemeinschaftliche europäische Anleihen.

Foto: Reuters/Ralph Orlowski

Frankfurt - Nach Ansicht von George Soros gibt es eine einfache Lösung für die europäische Schuldenkrise: Euro-Bonds. "Wenn denjenigen Staaten, die den Fiskalpakt einhalten, erlaubt wird, ihre gesamten Anleihen in Euro-Bonds zu tauschen, wäre dies kaum weniger als ein Wunder", sagte der US-Starinvestor bei einer Veranstaltung an der Universität Frankfurt.

Die Gefahr eines Zahlungsausfalls einzelner Euro-Länder würde sich in Luft auflösen. Gleichzeitig würden sich die Haushaltsdefizite der Schulden-Staaten in Überschüsse verwandeln, weil die Zinsbelastung zurückgehe. Die Regierungen hätten dann Luft für Konjunkturprogramme. "Damit würden sich die meisten scheinbar unlösbaren Probleme in Luft auflösen."

Anreiz zur Sparsamkeit

Die deutsche Furcht, dass die Einführung von Euro-Bonds den Reform und Spar-Eifer der Schulden-Staaten erlahmen lassen könnte, sei unbegründet. Schließlich dürfte jedes Euro-Land im Rahmen des Fiskalpakts nur einen Teil seines Finanzbedarfs mithilfe von Euro-Bonds decken. "Wenn ein Mitglied zusätzliche Schulden macht, muss es dieses Geld mit eigenen Anleihen aufnehmen", sagte Soros. Die dann zu erwartenden deutlichen Zinsaufschläge seien ein starker Anreiz zur Sparsamkeit.

"Unglücklicherweise ist Deutschland gegen Euro-Bonds", sagte Soros. Die Einführung von Euro-Bonds käme aber deutlich billiger als die bisherige Strategie. "Wenn Deutschland weiterhin gegen Euro-Bonds ist, sollte es über einen Austritt aus der Eurozone nachdenken, um den übrigen Staaten die Einführung zu ermöglichen."

Soros begründete seinen Ruhm innerhalb der Investment-Branche Anfang der 1990er-Jahre, als er mit massiven Wetten gegen das Pfund Sterling ein Vermögen machte. Einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Februar zufolge verdiente sein Hedgefonds allein an der jüngsten Abwertung des japanischen Yen mehr als eine Milliarde Dollar. (APA/Reuters, 10.4.2013)