Peshawar - Bei einem neuen Angriff auf ein Polio-Impfteam in Pakistan ist am Mittwoch ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt worden. Unbekannte hätten das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet, als diese eine Gruppe von Hilfsmitarbeitern im Nordwesten des Landes eskortierten, teilten die Behörden mit. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Pakistanische Taliban bekämpfen aber schon seit vergangenem Jahr Impfkampagnen in der Stammesregion Waziristan, weil sie dahinter Spionage vermuten. Auch Gerüchte, bei den Impfungen würden Muslime sterilisiert, haben den Kampf gegen Polio behindert. Im Jänner waren zwei medizinische Hilfsmitarbeiter, ein Polizist sowie sieben Mitglieder einer an Impfungen beteiligten Hilfsorganisation bei drei verschiedenen Attacken getötet worden. Im Dezember waren militanten Impfgegnern neun Personen zum Opfer gefallen.

Die tödliche Wut gegen die Impfer rührt von einer vorgetäuschten Impfkampagne gegen Hepatitis des US-Geheimdiensts im März 2011 in Abbottabad her. Der Einsatz in der nordpakistanischen Garnisonsstadt sollte dazu dienen, DNA-Proben der Familie von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden zu erhalten, der dort vermutet wurde. Die Proben bestätigten den Verdacht, am 2. Mai 2011 tötete ein US-Sonderkommando Bin Laden. (APA, 10.4.2013)