Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag erneut im Plus aus dem Handel gegangen und verbuchten damit den vierten Gewinntag in Folge. Moderat positive Impulse kamen im Verlauf vom US-Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche überraschend stark zurückgegangen. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 0,48 Prozent auf 2.674,33 Zähler.

Siemens-Aktien schmälerten ihr Verlaufsgewinn bis zum Handelsschluss auf 0,22 Prozent. Siemens will im wichtigen Industriegeschäft mehr als eine Milliarde seiner konzernweit angepeilten Einsparungen von insgesamt sechs Milliarden Euro schaffen. Von dem Milliarden-Sparprogramm sind allein im Industriegeschäft des Elektrokonzerns mehr als 3.000 Arbeitsplätze betroffen.

Die Anteilsscheine von BMW profitierten mit plus 1,59 Prozent von den jüngsten Zahlen zum chinesischen Autoabsatz. Zudem nahm die Baader Bank die Papiere laut einem Händler mit "Buy" wieder in die Bewertung auf.

Gesucht waren erneut auch die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont (+2,2 Prozent) und Swatch (+2,1 Prozent). Die Wachstumslokomotive China hat im März deutlich mehr Waren und Dienstleistungen importiert als erwartet worden war. Das sorge für Zuversicht bei den Luxuswerten, meinten Händler.

Die Titel der Man Group gewannen 6,76 Prozent, nachdem der börsennotierte Hedge-Fonds mitgeteilt hatte, er müsse nach Absprache mit den britischen Aufsichtsbehörden dank neuer Regulierungsbestimmungen künftig keinen Risikopuffer von 300 Millionen US-Dollar mehr vorhalten.

Unter den Subindizes des Stoxx Europe 600 zeigte sich die Rohstoffbranche entgegen der positiven Stimmung etwas schwächer. Händler verwiesen auf die Aussagen des im "Footsie" notierten russischen Montankonzerns Evraz, der die Aussichten für den Stahlmarkt als "fragil" bezeichnet hatte. Im Euro-Stoxx-50 büßten ArcelorMittal 1,43 Prozent ein und im DAX ThyssenKrupp 1,49 Prozent.

Axa stiegen im Leitindex der Eurozone um 1,61 Prozent. Der französische Versicherungskonzern trennt sich von seinem US-amerikanischen Lebensversicherer Mony Life. Die Tochter geht für umgerechnet rund 810 Millionen Euro an den US-Konkurrenten Protective Life.

Marks & Spencer schlossen nach starken Umsatzzahlen mit einem Aufschlag von 4,33 Prozent auf 400,40 Pence. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für den britischen Bekleidungseinzelhändler nach Umsatzzahlen auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 370 Pence belassen. Der Umsatz des Einzelhändlers sei im vierten Geschäftsquartal besser als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst.

Roche legten in der Schweiz um unterdurchschnittliche 0,4 Prozent zu. Die Nachfrage nach Krebsmitteln und dem Grippemittel Tamiflu in den USA bescherten dem Schweizer Pharmakonzern im ersten Quartal ein Umsatzplus. (APA, 11.4.2013)