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Der aus Österreich stammende, 1938 vor den Nazis in die USA geflüchtete Chemiker Carl Djerassi (89) erhält in seiner Funktion als Kunstförderer und Sammler die Ehrendoktorwürde der Universität für angewandte Kunst Wien.

Foto: AP/Joerg Sarbach

Wien - Die "Mutter der Pille", Carl Djerassi, erhält in seiner Funktion als Kunstförderer und Sammler die Ehrendoktorwürde der Universität für angewandte Kunst Wien. Gewürdigt wird der 89-jährige Chemiker "für seine Aktivitäten und sein Engagement in Kunst und Kultur". Die Verleihung findet am 23. April (18 Uhr) im Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst Wien statt. Djerassi ist bereits Träger der Ehrendoktorwürde der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien.

Als Kunstsammler besitzt Djerassi mit über 150 Werken eine der größten Paul-Klee-Privatsammlungen, die er zur Hälfte dem Museum of Modern Art in San Francisco und der Albertina vermacht hat. Weiteres begründete er die Djerassi-Stiftung, eine Künstlerkolonie in der Nähe von San Francisco, und initiierte das "Djerassi Resident Artist Program" zur Förderung von Malern, Musikern, Schriftstellern und Bildhauern.

"Mutter der Pille"

Carl Djerassi wurde am 29. Oktober 1923 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. 1938 musste er vor den Nationalsozialisten fliehen und emigrierte über London in die USA. Nach dem Chemiestudium begann seine wissenschaftliche Karriere. Zunächst hatte er eine neue Methode zur Synthese von Cortison beschrieben. In seiner Autobiografie bezeichnet sich der Wissenschafter als "Mutter der Pille". 1951 gelang ihm die Synthetisierung des Schwangerschaftshormons Gestagen.

Mit 60 Jahren begann er zudem seine literarische Laufbahn. Seit den 1980er-Jahren veröffentlicht er als Schriftsteller Romane, Lyrik und Dramen. Er vermittelt naturwissenschaftliche Erkenntnisse über das Medium Literatur, beschäftigt sich literarisch mit dem System Wissenschaft und mit Themen und prägenden Personen aus dem Bereich der Kunsttheorie. Djerassi positionierte sich durch die Integration von Wissenschaft und Kunst als Begründer der Genres "Science-in-Fiction" und "Science-in-Theatre". (APA/red, derStandard.at, 11.04.2013)