Wien - "Von Bach bis Schönberg, von der Oper bis zur Clubkultur, von den großen Spielstätten bis in verzweigte Labyrinthe" bringt das ImPulsTanz-Festival heuer von 11. Juli bis 11. August in seiner 30. Ausgabe die neuesten Werke von Choreografen des zeitgenössischen Tanzes nach Wien. Als erste Highlights kündigte das Festival am Donnerstag in einer Aussendung Arbeiten von Stars wie William Kentridge, Jerome Bel, Marie Chouinard oder Meg Stuart an. Weiters wird der mit 10.000 Euro dotierte europäische Tanzpreis "Prix Jardin d'Europe" für die kommenden fünf Jahre im Rahmen des Festivals vergeben.

ImPulsTanz-Vorschau im Detail

Wie das Festival mitteilt, wartet man heuer unter anderem mit dem "fulminanten Gesamtkunstwerk" "Refuse the Hour" des Universalkünstlers William Kentridge aus Südafrika auf. Für Überraschung im Performanceprogramm will man mit "Occupy The Museum", einem Projekt in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien, sorgen.

Noch nicht erschlossene Museumsräume dienen dabei den mehr als 15 österreichischen und internationalen Choreografen unter der Leitung von Ong Keng Sen und Michael Stolhofer als "interaktiver Ort der Auseinandersetzung, des Austauschs und der Performance zum thematischen Schwerpunkt 'Tanz in Asien'". Für "performative Ost-West-Begegnungen" sorgen dabei Stars wie Jerome Bel und Pichet Klunchun, Padmini Chettur und David Hernandez sowie Clara Furey und Michikazu Matsune.

Marie Chouinard entwirft mit ihrem neuesten Stück "Gymnopédies" ein Ballett für elf Tänzer zur gleichnamigen Komposition von Erik Satie und zeigt am selben Abend ihr Companiestück "Henri Michaux: Mouvements". "Überwältigende Klänge" bringt auch Meg Stuart auf die Bühne: In "Built to Last", das in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen entstanden ist, treten fünf Performer eine "assoziative Reise durch Jahrhundertwerke zeitgenössischer und klassischer Musik an".

Diese ertönen bei Anne Teresa De Keersmaeker und Boris Charmatz in Gestalt des Schlusssatzes "Partita" von Johann Sebastian Bach. Der Klassik "trotzt" Louise Lecavalier in ihrem Duett "So Blue" und lässt mitreißende Elektro-Beats erklingen. Das Künstlerduo Cecilia Bengolea und Francois Chaignaud greift ebensolche Sounds in ihrem Gruppenstück "altered natives' Say Yes to Another Excess--TWERK" zu Ehren der Tanzformen der Clubkultur auf.

Weiters hat Jan Fabre mit "Drugs kept me alive" für den langjährigen Forsythe-Solisten Antony Rizzi ein Solo geschrieben. Akram Khan ist wiederum mit seinem Erfolgssolo "Desh" zu Gast und begibt sich auf die Suche nach seinen Wurzeln in Bangladesch. Darüber hinaus zeigt er sein neuestes Companiestück "iTMOi" anlässlich des 100. Geburtstags von Igor Strawinskys "Le Sacre du Printemps".

Im Zentrum von Jerome Bels jüngstem Stück "Disabled Theater" stehen Schauspieler mit geistiger Behinderung des Zürcher Theater HORA, die gegen Dynamiken der Ausgrenzung antreten. Mathilde Monnier, Leiterin des Centre chorégraphique national de Montpellier Languedoc-Roussillon, zeigt ihr neuestes Companiestück "Twin Paradox" und ergründet in "Qu'est-ce qui nous arrive?!?" (Was ist los mit uns?) das Comic-Genre für den zeitgenössischen Tanz.

Die zeitgenössische Choreografie aus Österreich ist mit Uraufführungen von unter anderem Doris Uhlich, Silke Grabinger und Philipp Gehmacher vertreten.  (APA, 11.4.2013)

(S E R V I C E - ImPulsTanz Festival: 11. Juli bis 11. August in Wien. Infos unter  )