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Ab Sonntag live in Österreich: Mark Oliver Everett, alias E, Sänger und Gitarrist der Eels.

Foto: ap / dapd / Regina Kuehne

Wien - Wenn die Jahre vergehen, muss nicht alles schlechter werden. So scheint es jedenfalls Mark Oliver Everett zu sehen. Seit 1995 betreibt der Sohn des Quantenphysikers Hugh Everett die Combo Eels, schon auf dem Debütalbum Beautiful Freak produzierte der US-Amerikaner Novocaine For The Soul.

Ein erster Vorgeschmack auf psychische Gemütszustände am Rande des Nervenzusammenbruchs, die E - so sein Künstlerkürzel - seither immer wieder plagen, denn persönliche Katastrophen rückten Themen wie Sterblichkeit, Schmerz, Abschied oder Angst in fast allen Alben des 50-Jährigen in den Vordergrund. Das nun veröffentlichte zehnte Album der Eels, Wonderful, Glorious, spielt aber wieder mit der Hoffnung und dem Optimismus. Bloß aus der Depression künstlerische Kraft zu schöpfen gilt Everett schon seit der vorletzten Platte Tomorrow Morning als überholtes Konzept.

Auch wenn zweistimmiger Gesang und balladeske Brüchigkeit auf Wonderful, Glorious keineswegs der Vergangenheit angehören, sucht Everett jetzt stilistische Vielfalt: Funky Disco-Wellness-Groove, Glam-Gitarren, Rockabilly, Bluesrock, Country mit Pedal-Steel, geradlinigen Rock und Lo-Fi-Gerumpel meistern Sänger/Gitarrist E und seine Bandkollegen The Chet (Gitarre), Koool G Murder (Bass), P-Boo (Gitarre) und Knuckles (Schlagzeug) auf souveräne Art und Weise.

Weder Ruppigkeit noch Fragilität, auch nicht der Albumtitel erlauben eine definitive Aussage zu Everetts Sinn für Selbstironie. Muss ja nicht sein: Solange da auch nur ein Track an Iggy Pops Lebenslust circa 1977 erinnert, braucht man sich keine Sorgen zu machen.   (Gerhard Dorfi, DER STANDARD, 13./14.4.2013)