Moskau - Das  Bolschoi-Theater in Moskau und sein in Russland auch durch seine Auftritte in Fernsehshows bekannte Tänzer Nikolai Tsiskaridse haben sich am Freitag einen bitteren Streit vor Gericht geliefert. Dieses hob dabei eine von zwei gegen den Tänzer ausgesprochenen Verwarnungen auf.

"Ich bin das Bolschoi", erklärte der 39-jährige Tänzer vor Gericht auf den Vorwurf, er habe das Theater, in dem er seit 1992 auftritt, beleidigt. Tsiskaridse erklärte nach der Verhandlung, in Berufung gehen zu wollen, da er "keinen Unterschied zwischen den Verwarnungen" erkennen könne. Das Theater hat vorerst noch keine Berufung angekündigt.

Unabhängig von der Säureattacke auf Ballettchef Sergej Filin  liefern sich Tsiskaridse und der Bolschoi-Generaldirektor des Theaters, Anatoli Iksanow, bereits seit längerem einen Krieg der Worte in den Medien. In einem Interview mit der Zeitung "Moskowski Komsomolez" hatte Tsiskaridse erklärt, mit dem Säureangriff auf Filin nichts zu tun zu haben. Weil das Interview nicht mit der Pressestelle des Theaters abgesprochen war, erhielt er eine Verwarnung, die vom Gericht nun aufgehoben wurde.

Eine zweite Verwarnung wegen Interviews mit dem russischen Ableger der BBC und dem Fernsehsender Sowerschenno Sekretno (Streng Geheim) wurde unterdessen aufrechterhalten. In den Interviews hatte der Tänzer die Entlassung des Theatermanagements gefordert, Intendantin Galina Stepanenko kritisiert und infragegestellt, ob der Säureangriff auf Filin tatsächlich stattfand.   (APA, 12.4.2013)