London/Damaskus - Britische Militärexperten haben einem Zeitungsbericht zufolge forensische Beweise dafür, dass in Syrien chemische Waffen eingesetzt wurden. Wie die "Times" in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf Quellen aus dem Verteidigungsministerium berichtet, wurde eine Bodenprobe, die aus der Nähe von Damaskus stammen soll, heimlich nach Großbritannien gebracht und dort im Zentrum für chemische und biologische Waffen des Ministeriums untersucht. Dabei seien Beweise für den Einsatz "von einer Art von Chemiewaffen" entdeckt worden.

Den Experten sei es allerdings unmöglich zu sagen, ob die Waffen von Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad oder von Rebellen benutzt worden seien, hieß es weiter. Das Verteidigungsministerium wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Das Außenministerium erklärte, es sei tief besorgt über den möglichen Einsatz von C-Waffen. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein "schreckliches Verbrechen", erklärte ein Sprecher.

UN-Diplomaten hatten am Donnerstag erklärt, westliche Staaten hätten "harte Beweise" dafür, dass mindestens einmal chemische Waffen in Syrien eingesetzt worden seien. Details nannten sie nicht. Großbritannien setzt sich gemeinsam mit Frankreich auf EU-Ebene dafür ein, dass Waffenembargo gegen Syrien zugunsten der Rebellen aufzuheben. 

Österreich stockt Hilfe für Syrien-Hilfe auf

Österreich wird unterdessen seine finanzielle Hilfe für die Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg geschüttelten Syrien aufstocken. Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger kündigte bei einem Besuch in einem von der Caritas betreuten provisorischen Zeltlager im Libanon am Samstag an, dass der Ministerrat in der kommenden Woche die bereits bereitgestellten 3,7 Millionen Euro um weitere zwei Millionen erhöhen wird.

Dass diese Hilfe bitter nötig ist, davon konnte sich der Außenminister in dem kleinen Ort Taalabaya, in der libanesischen Bekaa-Ebene unweit der syrischen Grenze selbst überzeugen: Hunderte Menschen leben auf engstem Raum in aus Sperrmüll und Plastikplanen zusammengenagelten provisorischen Zelten. Die Versorgung mit dem Allernötigsten übernimmt die Caritas, die libanesische Regierung lässt keine offiziellen Flüchtlingslager zu.

"Die Arbeit hier ist ungeheuer schwierig", sagte auch Caritas-Präsident Franz Küberl. "Nur das Allermindeste kann hier ermöglicht werden", bedauerte Küberl, der sich ebenfalls an Ort und Stelle über die Lage informierte. Ohne die entsprechenden Mittel müssten die ohnehin schon geringen Hilfen noch weiter zurückgefahren werden, appellierte Küberl: "Bitte unterstützen sie diese Menschen hier." (APA, 13.4.2013)