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Spektakel.

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Fernando Alonso gab den Rhythmus vor.

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Vettel geschlagen.

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Scuderia erhoben.

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Schanghai/Wien – Die Verbindung zwischen Auto und Straße, die Reifen, beherrschen weiter die Formel 1. Am Sonntag und in China trugen sie Fernando Alonso im Ferrari zum 31. Triumph. Der Spanier, im Qualifying Dritter, übernahm nach fünf Runden die Führung und gab sie (nach Boxenstopps bereinigt) nicht wieder ab. Am Ende lag Alonso mehr als zehn Sekunden vor dem Finnen Kimi Räikkönen, der seinen Lotus am Samstag in die erste Startreihe neben Lewis Hamiltons Mercedes gestellt hatte. Der Brite besorgte den Deutschen nach der ersten Poleposition seit einem Jahr (Nico Rosberg auch in Schanghai) den zweiten Podestplatz in Serie.

Taktische Bullen

Schon am Samstag in der Qualifikation hatte sich ein durch die prekäre Reifensituation erzwungenes taktisches Rennen angekündigt. Red Bull waren dabei zwei Fehler unterlaufen. Zum einen war der Australier Mark Webber wegen Benzinmangels liegen geblieben und disqualifiziert worden. Er musste das Rennen von der Box aus in Angriff nehmen. Und Weltmeister Sebastian Vettel hatte keine gezeitete Runde zusammengebracht, durfte daher aber immerhin mit den Reifen seiner Wahl ins Rennen gehen. "Das war von Anfang an unser Plan", sagte der Weltmeister, der als Neunter nur die fünfte Reihe der Startaufstellung schmückte.

Die ersten Reifenwechsel jener Piloten, die zunächst mit den weichen Mischungen unterwegs sein mussten, ereigneten sich absurderweise schon ab der vierten Runde. Dementsprechend hektisch ging es in den Boxen zu, dementsprechend unübersichtlich war der Rennverlauf.

Rote Durststrecke beendet

Alonsos Speed war eine der wenigen Konstanten. Vor Schanghai war der 31-Jährige in Italien schon kritisiert worden, weil er zuletzt fast schlechter ausgesehen hatte als sein doch etwas limitierter brasilianischer Teamkollege Felipe Massa. Alonso reagierte mit Spott (" Ich habe seit Australien nicht geschlafen, esse nur Reis und habe Haarausfall") und einer eiskalten Vorstellung. "Das war ein nahezu perfektes Rennen von uns. Wir konnten mehr oder weniger das Tempo kontrollieren", sagte er nach dem Schampusbad für seinen ersten Saisonsieg, für den ersten Erfolg Ferraris nach fast neunmonatiger Durststrecke.

Leicht angespeist war Vettel, der im Finish Hamilton knapp nicht vom Podest stoßen konnte, weil die Boliden von Red Bull beim Topspeed klar hinter der Konkurrenz liegen. Den 25-Jährigen nervt die notwendige Rücksichtnahme auf das schwarze Gold der Formel 1. "Das hat nicht viel mit Rennfahren zu tun. Wenn man nur wegen der Reifen bis zu fünf Sekunden pro Runde verliert, dann hat das nicht viel mit dem Können des Fahrers und des Autos zu tun."

Bis zum nächsten Rennen, das trotz erneut aufflammender Oppositionsproteste am Sonntag in Bahrain stattfinden wird, kann sich an der Situation nichts ändern. Erst wenn der Zirkus nach Europa übersiedelt, ab dem Rennen in Barcelona am 12. Mai, dürfte Pirelli durch höheren Reifendruck haltbareres Material zur Verfügung stellen. Das kündigte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda via RTL an. (APA, sid, lü, DER STANDARD 15.04.2013)