Wien - Am Mittwoch (17. April) fällt der Startschuss zur zweiten Runde der österreichweiten Bildungsstandard-Erhebungen. Nach dem Fach Mathematik im Vorjahr steht heuer erstmals für die rund 83.000 Schüler der vierten Klassen AHS-Unterstufe, Hauptschule und Neue Mittelschule (NMS) der Test im Fach Englisch auf dem Programm. Am 28. Mai folgen dann die ersten Bildungsstandard-Erhebungen an den Volksschulen: Rund 79.000 Schüler der vierten Klasse müssen dann Aufgaben aus dem Fach Mathematik lösen. Die Ergebnisse beider Erhebungen werden im Dezember vorliegen.

Die reine Testzeit bei den Englisch-Testungen in 1.400 Schulen am Mittwoch beträgt ca. 120 Minuten, nach je 40 Minuten gibt es eine Pause. Überprüft werden die Kompetenzbereiche Hören, Lesen und Schreiben, wobei sowohl offene Fragen als auch Ja/Nein-, Multiple-Choice- und Zuordnungsaufgaben zu lösen sind. Im Anschluss müssen die Schüler einen kurzen Fragebogen ausfüllen, der etwa Faktoren wie Migrationshintergrund, zu Hause gesprochene Sprache, Beruf der Eltern, Freizeitaktivitäten, Bildungsbiografie des Kindes, Förderunterricht etc. abfragt.

Der Englisch-Kompetenzbereich "Sprechen" wird zwischen 6. Mai und 7. Juni gesondert abgefragt. Dabei werden aber nicht alle Schüler getestet, sondern lediglich eine Stichprobe von rund 2.800 Jugendlichen an 120 Schulen.

Premiere für Volksschulen

Während an der Sekundarstufe I nach dem Vorjahr (Mathematik) bereits der zweite österreichweite Standard-Test stattfindet, erleben die Volksschulen ihre Premiere: Am 28. Mai stellen sich an rund 3.100 Schulen die Neun- bis Zehnjährigen erstmals den Tests. Überprüft werden allgemeine Kompetenzen wie Modellieren, Operieren, Kommunizieren und Problemlösen bzw. die inhaltlichen Kompetenzen "Arbeiten mit Zahlen", "Arbeiten mit Operationen", "Arbeiten mit Größen" und "Arbeiten mit Ebene und Raum". Die reine Testzeit beträgt hier 80 Minuten und ist auf zwei Teile mit je etwa 36 Aufgaben aufgeteilt, zwischen denen es eine Pause gibt. Auch hier werden sowohl offene als auch Ja/Nein- und Multiple Choice-Fragen gestellt. Im Anschluss an den eigentlichen Test ist ebenso ein Kontextfragebogen auszufüllen.

Durchgeführt werden die Erhebungen vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie). Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sprach in einer Aussendung von einem "Qualitäts-Check" für den Unterricht, den man als "Instrument einer wertschätzenden Feedbackkultur an den Schulen entwickelt" habe.

Ergebnisse am Jahresende

Die Ergebnisse der Bildungsstandard-Testungen liegen jeweils Ende des Jahres vor und haben keinen Einfluss auf die Noten der Schüler bzw. die dienstrechtliche Leistungsbewertung der Pädagogen. Nur der Schüler selbst erfährt, wie er persönlich abgeschnitten hat. Der Lehrer bekommt das (anonymisierte) Gesamtergebnis seiner Klasse, die Schulleitung das ihrer Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Schulaufsicht die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie die Unterrichtsministerin einen Bundesbericht. Die Tests sollen Mängel aufzeigen, auf die dann etwa durch Änderungen der Lehreraus-und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagiert werden kann.

Bei den Mathe-Überprüfungen der achten Schulstufe in Vorjahr schnitten die oberösterreichischen Schüler am besten ab. Österreichweit erreichten nur fünf Prozent der Schüler die höchste Kompetenzstufe, jeder sechste Schüler verfehlte die Bildungsstandards. 2014 werden die Standards im Fach Deutsch (vierte und achte Schulstufe) überprüft. (APA, 15.4.2013)