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Die wenigen Rechner, die über einen Internetanschluss verfügen, werden auch für den Download westlicher Produktionen genutzt

Foto: Reuters

In Nordkorea werden offenbar von den wenigen Menschen mit Internet-Zugang auch BitTorrent-Angebote genutzt. Zwar gebe es keine repräsentativen Angaben, denn dazu ist die Stichprobe zu klein, interessante Details gibt es trotzdem. Immer wieder schaut sich Torrentfreak BitTorrent-Downloads bestimmter IP-Bereiche an – zuletzt auch vom Vatikan und dem FBI. Im Fall von Nordkorea wird BitTorrent demnach hauptsächlich für Pornos und Spionage-Software verwendet.

"How I Met Your Mother"

84 Titel wurden über das Scaneye-Tool gefunden, das die BitTorrent-Datenbank durchsuchen lässt. Die Files wurden dabei von verschiedenen Clients und einigen IP-Adressen geteilt. Wenig überraschend scheint hier in der Suche der "Net Monitor for Employees Professional" auf – ein Tool zur Überwachung des Surfverhaltens von Mitarbeitern. Apples neuestes Betriebssystem "Mountain Lion" gehört ebenfalls zu den Suchergebnissen. Diktator Kim Jong-un wurde selbst schon einige Male bei der Nutzung eines iMacs fotografiert. Die US-amerikanische Serie "How I Met Your Mother" scheint den Ergebnissen zufolge auch in Nordkorea Zuseher zu haben.

Pornos und US-Filme

Wenn es um Pornofilme geht, wird man ebenfalls schnell fündig. An Vormittagen wurden hier Titel mit US-amerikanischen und japanischen Darstellerinnen runtergeladen. Interessant ist auch, dass Bücher zum Thema "Home Decorating" und Filme wie "Life of Pi" und "Death from Above" auf die Rechner geholt wurden. Neben "How I Met Your Mother" scheint auch die US-Serie "The Following" mit Kevin Bacon in der Hauptrolle Abnehmer gefunden zu haben.

Keine US-Produktionen im Land verfügbar

Da in der Vergangenheit die IP-Adressen Nordkoreas für verschiedene Zwecke von Internet-Nutzern in der ganzen Welt genutzt worden waren, wie beispielsweise von The Pirate Bay, sollte man diese Suchergebnisse nicht auf die Waagschale legen. US-Produktionen sind in Nordkorea allerdings nicht zu bekommen, weshalb es trotzdem durchaus wahrscheinlich ist, dass sich die wenigen Internet-Nutzer dieser Inhalte über BitTorrent bedienen. (red, derStandard.at, 16.4.2013)