Bild nicht mehr verfügbar.

Verizon und Co. stehen im Fokus einer Beschwerde der ACLU.

Foto: AP

Weil sie von Google bereitgestellte Updates für das mobile Betriebssystem Android angeblich nicht an ihre Kunden weiterleiten, sehen sich die großen US-Provider T-Mobile, Sprint, AT&T und Verizon einem Beschwerdeverfahren (PDF) gegenüber. Dieses hat die American Civil Liberties Union laut heise bei der Handelskommission eingereicht.

Sicherheitsprobleme

Dabei führen sie ins Feld, dass den Kunden auf diese Wege wichtige Sicherheitsupdates verwehrt werden, was zu größerer Gefährdung durch Malware und Phishing führt. Auch die Privatsphäre wäre – sollten auf diesem Wege Standortdaten abgegriffen werden können – gefährdet. Die Klage betrifft Smartphones, die kostenlos oder vergünstigt zu einem Vertrag angeboten werden.

Ebenso wird bemängelt, dass oft nicht ein "reines" Android-System zum Einsatz kommt, sondern eine von den Mobilfunkern modifizierte Version. Dies führe dazu, dass auch nur die Mobilfunker die Updates durchführen könnten, was jedoch nicht geschieht. Man führt als Argument die aktuelle Versionsfragmentierung des Android-Systems ins Felde, in der die 2011 veröffentlichte Version 2.3 "Gingerbread" immer noch einen Anteil von 44 Prozent einnimmt.

Die Situation diesbezüglich kann sich je nach Land deutlich unterscheiden. Oft besteht die Systemanpassung nur aus einem gebrandeten Bootlogo und einer Reihe vorinstallierter Apps für Angebote des Providers, andernorts erfolgen aber auch tiefgreifendere Modifikationen.

Provider sollen Smartphones gratis tauschen

Die ACLU vermutet Täuschung und damit einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Das Vorgehen sei nicht rechtfertigbar, zumal die Kunden trotz fehlender Updates weiter an ihren Vertrag gebunden blieben.

Man fordert die Handelskommission auf, die Mobilfunker dazu zu verpflichten, Kunden künftig vor offenen Sicherheitslücken zu warnen und die vorzeitige Vertragsbeendigung zu ermöglichen, wenn keine Updates geliefert werden. Andernfalls hätten die Telekom-Anbieter den Kunden einen kostenlosen Tausch des Telefons gegen ein Modell mit aktuellerem System anzuieten oder den Kaufpreis rückzuerstatten. (red, derStandard.at, 17.04.2013)