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In eingestürzten und ausgebrannten Häusern suchen die Einsatzkräfte auch am Donnerstagmorgen weiter nach Opfern.

Foto: AP Photo/LM Otero

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Am Morgen nach der Explosion wurde das Ausmaß der Zerstörungen deutlich. Mehr Bilder finden Sie in der Ansichtssache "Spur der Verwüstung nach Explosion in Texas".

Foto: REUTERS/Mike Stone

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Ein Passant fotografierte die Rauchwolke nach der Explosion mit seinem Handy.

Foto: AP Photo/Andy Bartee

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Ein ausgebranntes Auto in der Nähe der niedergebrannten Düngemittelfabrik.

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Die Zahl der Opfer war lange unklar. 

Foto: AP Photo/ Waco Tribune Herald, Rod Aydelotte

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Ein Altersheim in der Umgebung wurde evakuiert.

Foto: AP Photo/ Waco Tribune Herald, Rod Aydelotte

Texas - Bei der schweren Explosion in einer Düngemittelfabrik in Texas, die das Fabrikgelände und Dutzende Häuser in der Nachbarschaft völlig verwüstet hatte, sind nach offiziellen Angaben mindestens 12 Menschen ums Leben gekommen. Laut "CNN" gelten noch immer 60 Personen als vermisst.

Etwa 200 Menschen seien wegen Verletzungen behandelt worden, sagte ein Sprecher der texanischen Sicherheitsbehörden am Freitag. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt West, Tommy Muska, sind auch vier Sanitäter unter den Toten, deren Zahl ursprünglich mit fünf bis 15 angegeben worden war. Auch fünf Angehörige der Feuerwehr würden noch vermisst, sie seien wahrscheinlich ebenfalls tot, hatte Muska erklärt.

Hunderte Menschen haben indes bei einer Gedenkmesse am Donnerstagabend der Opfer gedacht. Mit Kerzen versammelten sie sich US-Medienberichten zufolge in einer Kirche der Kleinstadt West, um zu singen und zu beten.

Gemeinde ist Katastrophengebiet

"Die letzte Nacht war für diese Gemeinde ein Albtraum", sagte der Gouverneur von Texas, Rick Perry, bei einer Pressekonferenz. "Diese Tragödie hat wahrscheinlich jede Familie in dieser kleinen Gemeinde getroffen." Die Region um die kleine Stadt West wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

US-Präsident Barack Obama, der am Donnerstag an der Gedenkfeier für die Opfer des Bostoner Terroranschlags teilnahm, sicherte der Stadt Unterstützung zu. Eine kleine Gemeinde in Texas sei von einem schweren Unglück heimgesucht worden, sagte Obama laut einer schriftlichen Erklärung am Donnerstag. "Sie werden die Unterstützung des amerikanischen Volkes haben." Seine Regierung halte engen Kontakt mit den Rettungskräften, sagte Obama. Auch Papst Franziskus meldete sich auf Twitter zu Wort, um den Betroffenen Beileid und Nähe zu bekunden.

Fieberhafte Suche nach Überlebenden

Rettungsteams durchkämmten unterdessen weiter das betroffene Gebiet auf der Suche nach Überlebenden. Klar war zunächst nur, dass vor allem Helfer unter den Opfern waren: Feuerwehrleute und Rettungssanitäter. Die Rettungsarbeiten wurden von starkem Wind behindert, außerdem wurde befürchtet, dass sich infolge des Feuers giftige Dämpfe ausbreiteten. Die Einsatzkräfte gingen mit Spezialausrüstung von Haus zu Haus, um nach weiteren Opfern zu suchen.

Zerstörung in West

Auf Fernsehbildern war am Mittwoch gegen 20 Uhr Ortszeit eine riesige Rauchwolke über der Fabrik in der Ortschaft West gut 30 Kilometer nördlich von Waco zu sehen gewesen, Gebäude standen in Flammen. "Es war wie nach einer Atomexplosion. Eine große Pilzwolke", sagte der Bürgermeister von West, Tommy Muska. Laut der US-Erdbebenbehörde USGS löste die Wucht der Explosion eine seismische Aktivität von 2,1 auf der Richterskala aus.

In einem Umkreis von fünf Blocks um die Fabrik "Fertilizer West" habe es schwere Schäden gegeben, sagte er dem Sender CNN. Betroffen seien auch eine Schule und ein Altersheim. "Es sieht aus wie im Krieg. So viel Zerstörung habe ich noch nie gesehen", berichtete Parnell McNamara, Sheriff des Bezirks McLennan.

Ursache noch unklar - Polizei vermutet Unfall

Die Ursache der Explosion war Behördenangaben zufolge zunächst völlig unklar. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Angaben der US-Umweltschutzbehörde zufolge war die Fabrik in der Vergangenheit bereits wegen Verstößen gegen die Naturschutzauflagen abgemahnt worden. Eventuell sei eine größere Menge an Ammoniakverbindungen in Brand geraten, berichteten Medien.

Der US-Abgeordnete Bill Flores, in dessen Wahlkreis sich die Explosion ereignete, wies Gerüchte über einen möglichen Anschlag jedenfalls zurück: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich um Sabotage gehandelt hat."

"Ich habe keine Hinweise gehört, dass das hier etwas anderes war als ein Unfall oder ein Feuer", sagte auch Patrick Swanton von der örtlichen Polizei. "Aber bis das sicher ist, ermitteln wir wie bei einem Verbrechen."

Feuer in Fabrik ausgebrochen

Vor der Explosion war den Berichten zufolge ein Feuer in der Fabrik ausgebrochen. Als ein Düngemitteltank explodierte, seien bereits Feuerwehrleute am Unglücksort gewesen. Da sich auf dem Gelände noch ein zweiter Tank befinde, seien die Bewohner von Wests aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN. Auch die Hubschrauber seien aufgefordert worden, wegen einer befürchteten zweiten Explosion eine Mindestflughöhe einzuhalten. (APA/red, 18.4.2013)